Die Macht des Willens

Serie "Unbekanntes über Bekannte" (2). Wie Elisabeth Förster-Nietzsche die Philosophie ihres Bruders verfälschte.
Von Ulrike Schmitzer

Sie war der "Sündenbock" der Philosophiegeschichte: Elisabeth Förster-Nietzsche, die Schwester des Philosophen Friedrich Nietzsche. Als Frau, die die Schriften ihres berühmten Bruders manipulierte und instrumentalisierte, ging sie in die Geschichte ein. Mit ihrem Mann gründete sie eine Siedlungskolonie für "Arier" in Paraguay und sie betrieb einen hochprofessionellen Personenkult in ihrem Nietzsche-Archiv. Sie suchte die Nähe Adolf Hitlers und sorgte dafür, dass ihr Bruder als Wegbereiter des Faschismus gesehen wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Nietzsche-Archiv demonstrativ geschlossen und die Schwester zur "Unperson" erklärt. - Zu Recht? Der Historiker Ulrich Sieg hat zahlreiche unbekannte Dokumente entdeckt und eine neue Biografie über Elisabeth Förster-Nietzsche geschrieben. Welche Konsequenzen ergeben sich für die Nietzsche-Rezeption? War Friedrichs Schwester nur eine Fälscherin oder wurde sie selbst zum Opfer der Geschichtsschreibung?

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Literatur:
Ulrich Sieg: Die Macht des Willens. Elisabeth Förster-Nietzsche und ihre Welt. Hanser Verlag 2019

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