Schwarze Objekte und Fotos

Galerie Michaela Stock

Blicke ins Nichts

Marko Zink: Ausstellung in Mauthausen

"Nach Ausschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch", urteilte Theodor W. Adorno nach dem Zweiten Weltkrieg. Seitdem wurde dieses Verdikt des Philosophen vielfach gleich auf die gesamte Kunst ausgeweitet, die sich mit dem Holocaust befasst. Marko Zink ist nach langer Zeit der erste Künstler, der im ehemaligen Konzentrationslager im österreichischen Mauthausen Bilder ausstellt.

Marko Zink findet: "Adorno hat Recht. Aber es ist an der Zeit: Wenn Kunst harmlos wird, verliert sie sich."

"M 48 Grad 14 Minuten 31 Sekunden N, 14 Grad 31 Minuten 1 Sekunde E" - das sind die geografischen Koordinaten von Mauthausen - und so lautet akkurat auch der Titel von Marko Zinks Foto-Ausstellung, die übermorgen Mittwoch um im ehemalilgen Reviergebäude in der KZ-GEdenkstätte eröffnet wird. (Es gibt einen Shuttlebus). In Mauthausen und in den dazugehörigen Außenlagern sind zwischen 1938 und 1945 mindestens 90.000 Menschen zu Tode gekommen.

"Mauthausen ist ein Rufzeichen", betont Barbara Glück. Sie ist die Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und kennt jeden Winkel der Anlage. Marko Zinks Bilder eröffnen ihr neue Betrachtungsweisen, sagt sie.

Marko Zinks Bilder tragen Namen wie "Die Wiederholung", "Die Auslöschung" oder "Der Blick ins Nichts" - und entstehen auf ungewöhnliche Weise: Zunächst fotografiert der Künstler analog eine ausgewählte Ansicht von Mauthausen, dann kocht er den Film - mit dem Ergebnis, dass die Bilder aussehen wie gemalt. Des Weiteren wird gestanzt, mit "Tintentod" gelöscht, gechlort oder mit Stecknadeln markiert. So entstehen Bilder mit Beschädigungen und Gebrauchsspuren. Und die Geschichten, die Zink erzählen will.

In Mauthausen wird nach dem Willen der Direktorin Barbara Glück nicht nur vom Grauen der Geschichte erzählt. Zudem soll deutlich werden, dass Geschichte von Menschen gemacht wird: gestern wie heute.- Gestaltung: Christa Eder

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ORF.at - Neue Fotoausstellung in Mauthausen
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