Daumen runter

AFP/EMMANUEL DUNAND

Der Geist, der stets verneint

Figuren der Negativität.
Von Nikolaus Halmer

Die Negativität hat keinen guten Ruf. Besonders in unserer Leistungs- und Wettbewerbsgesellschaft gilt das Neinsagen als Störfaktor oder Eingeständnis des persönlichen Scheiterns. Dabei zielt die Negativität immer auf eine Welt ab, mit der man nicht einverstanden ist und die man sich anders wünscht. - Davon legen beispielsweise die Werke Arthur Schopenhauers, Emil Ciorans, Samuel Becketts oder Michel Houellebecqs Zeugnis ab. Denn die Lage des Menschen ist nach ihrem Urteil schlicht katastrophal:

Leid, Schmerz, Verwundung und Grausamkeit, wo man hinsieht. Und keine Tendenz zum Besseren, zu mehr Humanität in der Weltgeschichte. In der die Existenz des Individuums von Langeweile, Sinnlosigkeit, Ekel und Angst gekennzeichnet ist. Kein Wunder also, dass viele nihilistische Denker und Autoren sich dem universalen Projekt der menschlichen Selbstverwirklichung verweigern, zum Rückzug aus der Gesellschaft aufrufen oder gar mit dem Selbstmord kokettieren. - Ist es wirklich so schlimm?

Service

Samuel Beckett: Gesammelte Werke in suhrkamp taschenbuch

Arthur Schopenhauer; Sämtliche Werke in fünf Bänden, suhrkamp taschenbuch wissenschaft

Michel Houellebecq: In Schopenhauers Gegenwart, Dumont Verlag

Wolfgang Asholt, Walter Fähnders, (Hrsg.): Manifeste und Proklamationen der europäischen Avantgarde (1909-1938), Metzler Verlag

Ulrich Pothast: Die eigentlich metaphysische Tätigkeit. Über Schopenhauers Ästhetik und ihre Anwendung durch Samuel Beckett, suhrkamp taschenbuch wissenschaft. Band 787

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