Tex Rubinowitz, Wilbur, Nr. 34 B, o.D.

TEX RUBINOWITZ

Rubinowitz: sehr rohe Karikaturen

Ausstellung Caricature brute in Krems

Wilbur, der Schneemann mit Karottennase aus der Feder des Zeichners, Cartoonisten und Schriftstellers Tex Rubinowitz, wird 30 Jahre alt:
Erstes Bild. Das Kaninchen sitzt vor Wilbur und fragt: Existiere ich, um zu existieren? Zweites Bild. Das Kaninchen sitzt vor Wilbur und fragt: Oder existiere ich, um zu beweisen, dass Sie existieren? Drittes Bild: Wilbur sagt zum Kaninchen: Du willst meine Nase, stimmt's?

Zum Jubiläum wird heute Abend im Karikaturmuseum Krems eine Ausstellung mit Werken von Tex Rubinowitz eröffnet. "Caricature brute. Das Gegenteil von schön gezeichnet" lautet der Titel. Zu sehen sind ausgewählte Comic Strips, politische Kommentare sowie Cartoons voll absurdem Witz, mit Protagonisten wie besagtem Federvieh und dem Würfel-Ei. Nicht zu vergessen die Porträts aus der Serie "Nullpunkter": Zeichnungen von Teilnehmern des Eurovision Song Contests, deren Darbietung die Jury mit keinem einzigen Punkt honorierte.- Den Schneemann Wilbur samt seinen Kameraden - dem Rotzbuben Tobias und der weisen Ente Manfred - hat Rubinowitz erstmals 1989 in die Wochenzeitung Falter gebracht, wo sie bis heute erscheinen.

Seine Zeichnungen, Cartoons und Comicstrips seien nicht so ausgefeilt wie etwa die Arbeiten des Manfred Deix, dessen Werke in der zentralen Dauerausstellung im Karikaturmuseum Krems hängen, sagt Tex Rubinowitz. Seinen eigenen Stil würde er vielmehr als "sehr roh" bezeichnen, als brute eben, wie die französische Übersetzung lautet und wie es auch im Titel der Ausstellung heißt.

Wilbur und Co entspringen übrigens der Liebe ihres Schöpfers zu scheinbar ganz unwesentlichen Dingen, etwa zu Zahnlücken, die in Polen, wie man erfährt, "Rauchpausen" genannt werden. Rubinowitz vermutet, dass man sich in Polen da eine Zigarette reinsteckt, während man etwa eine Kuh melke.

Tex Rubinowitz ist bekanntlich auch Schriftsteller. Seit er 2014 den Bachmann Preis gewann, hat er mehrere Romane geschrieben, doch nun will er sich eine Schreibpause gönnen. Seine Leidenschaft, absurde Wörter zu finden oder zu erfinden, lebt er derzeit lieber in einem anderen Genre aus. Er näht Wortgebilde, die ihn interessieren, auf Deckchen. Am 21.Mai gibt es in der Hamburger Galerie Melike Bilir eine Ausstellung mit diesen Werken.
Zeichnen, Schreiben, Worte nähen. Gibt es eine Verbindung zwischen diesen Säulen im Leben des Künstlers? Er versuche, die Welt ein Stück besser zu machen, sagt Tex Rubinowitz. Und dabei fange er - im Kleinen an.-
Gestaltung: Christa Eder

Service

Freitag, 17.05.2019, um 18.30 Uhr: Eröffnung der Ausstellung
Tex Rubinowitz. Caricature brute - Das Gegenteil von schön gezeichnet. Exkurs #2 im Karikaturmuseum Krems
Karikaturmuseum
Galerie Melike Bilir
Kostenfreie Podcasts:
Leporello - XML
Leporello - iTunes

Sendereihe