Susanna Mälkki

SAKARI VIIKA

Meisterwerke der Moderne

ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigentin: Susanna Mälkki; Petra Lang, Mezzosopran. Alexander Zemlinsky: a) Sinfonietta op. 23; b) Sechs Gesänge nach Texten von Maurice Maeterlinck op. 13 (in der Pause) Petra Lang im Gespräch mit Eva Teimel Béla Bartók: Konzert für Orchester Sz 116 (Übertragung aus dem Großen Konzerthaussaal Wien in Dolby Digital 5.1 Surround Sound. 39. Internationales Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft). Präsentation: Eva Teimel

Zemlinsky und Bartók: Ihre Lebensdaten liegen eng beieinander und beide einte das Schicksal, vor dem Terror der Nationalsozialisten in die USA zu emigrieren, wo sie sich bis zu ihrem Tod als Fremde fühlten. Im Exil komponierte Béla Bartók 1943 sein "Konzert für Orchester": ein Schlüsselwerk der klassischen Moderne und zugleich eine Visitenkarte des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien, das das Werk regelmäßig programmiert. Bartók hatte mit seiner kompositorischen Laufbahn bereits abgeschlossen, als ihn der Auftrag des Dirigenten Sergei Kussewizki erreichte. Entgegen ursprünglichen Plänen schrieb er eine Partitur, in der alle Ersten Musiker der verschiedenen Instrumentengruppen mit profilierten Soli hervortreten. Etwas gemein zitiert Bartók das berüchtigte "Invasionsthema" aus Schostakowitschs (damals neuer) Siebter Symphonie - mit sarkastischem Unterton, denn in seiner Lebenssituation konnte er für die Ambivalenz in Schostakowitschs Musik kein Verständnis entwickeln.

Zemlinskys "Sinfonietta" entstand 1935 noch in Wien, wohin der Komponist aus Berlin vor den Nationalsozialisten geflohen war. Ein letztes Mal komponiert der frühere Freund und Förderer von Arnold Schönberg in einem leichten, spielerischen Tonfall, zwar ohne Scheu vor harmonischen Spannungen und komplexer Polyfonie, aber eben freundlich. Der Einfluss der frischen, jazz-orientierten Musik der 1920er Jahre ist nicht zu leugnen. Anders seine "Maeterlinck-Gesänge" op. 13: Sie gehören zu den wenigen Werken, die Zemlinsky in den Jahren als Opernchef in Prag (1911-1927) schrieb. Jedes dieser Werke - von der Oper "Eine florentinische Tragödie" über das zweite Streichquartett bis zu eben jenen Gesängen - ist ein meisterliches Zeugnis der späten Tonalität: ausgesprochen intensiv im Ausdruck, zart und dringlich zugleich, mit großer Kompositionskunst die besten Impulse von Brahms, Wagner und Strauss in die ganz eigene Tonsprache Zemlinskys überführend.

Das RSO Wien freut sich auf die Wiederbegegnung mit der Dirigentin Susanna Mälkki, Chefin des Helsinki Philharmonic Orchestra und seit vergangener Saison auch Erste Gastdirigentin der Los Angeles Philharmonic - nebenbei eine ausgewiesene Fachfrau für die Musik der Gegenwart und der Moderne. Die zweite Frau im Rampenlicht dieses Konzertes ist Petra Lang, Solistin in den "Maeterlinck-Gesängen". Die aus Frankfurt stammende Sängerin überzeugt weltweit als Wagner-Interpretin, wobei sie inzwischen von Brangäne zu Brünnhilde, von Ortrud zu Isolde nahezu alle wesentlichen Wagner-Heroinen mit großem Erfolg verkörpert hat.
(Christoph Becher, Intendant des RSO Wien)

Service

Diese Sendung wird in Dolby Digital 5.1 Surround Sound übertragen. Die volle Surround-Qualität erleben Sie, wenn Sie Ö1 unter "OE1DD" über einen digitalen Satelliten-Receiver und eine mehrkanalfähige Audioanlage hören.

Sendereihe

Gestaltung

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: ALEXANDER ZEMLINSKY/1871-1942
Titel: Sinfonietta für Orchester op.23

* Sehr lebhaft (Presto) - 1.Satz
* Ballade. Sehr gemessen (Poco adagio), doch nicht schleppend - 2.Satz
* Rondo. Sehr lebhaft - 3.Satz
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Susanna Mälkki
Länge: 19:46 min

Komponist/Komponistin: ALEXANDER ZEMLINSKY/1871-1942
Titel: Sechs Gesänge op.13 nach Gedichten von Maurice Maeterlinck

* 1. Die drei Schwestern
* 2. Die Mädchen mit den verbundenen Augen
* 3. Lied der Jungfrau
* 4. Als ihr Geliebter schied
* 5. Und kehrt er einst heim
* 6. Sie kam zum Schloss gegangen
Solist/Solistin: Petra Lang/Mezzosopran
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Susanna Mälkki
Länge: 19:02 min

Komponist/Komponistin: Béla Bartók
Album: GROSSE PIANISTEN DES 20.JH.: Zoltan Kocsis
Titel: Rumänische Volkstänze Sz.56 Nr.1 -6
* Nr.1 Tanz mit dem Stabe : Allegro moderato (00:01:04)
* Nr.2 Gürteltanz: Allegro (00:27)
* Nr.3 Der Stampfer (Stampftanz): Andante (00:52)
* Nr.4 Horntanz (Butschumtanz): Molto moderato (00:01:23)
* Nr.5 Rumänische Polka: Allegro (00:26)
Solist/Solistin: Zoltan Kocsis /Klavier
Länge: 04:12 min
Label: Philips 4568742 (2 CD)

Komponist/Komponistin: BÉLA BARTÓK/1881-1945
Titel: Konzert für Orchester Sz 116

* Introduzione. Andante non troppo - Allegro vivace - 1.Satz
* Giuoco delle coppie. Allegretto scherzando - 2.Satz
* Elegia. Andante, non troppo - 3.Satz
* Intermezzo interrotto. Allegretto - 4.Satz
* Finale. Pesante - Presto - 5.Satz
Orchester: ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Susanna Mälkki
Länge: 39:19 min

Komponist/Komponistin: HANS PFITZNER/1869-1949
Titel: Drei Vorspiele zur musikalischen Legende "Palestrina" (GMVS121207-4)
* 1. Ruhig (Andante) (00:05:57)
* 2. Mit Wucht und Wildheit (alla breve) (00:05:54)
* 3. Langsam, sehr getragen (00:07:19)
Orchester: ORF Radio Symphonieorchester Wien
Leitung: Ingo Metzmacher
Länge: 19:10 min
Label: Schott / LM

Komponist/Komponistin: HANS PFITZNER/1869 - 1949
Titel: Aus: Sechs Studien für das Pianoforte op.51
* 12. Studie über 5,4,3: Bewegt (00:01:42)
* 13. Wuchtig (00:02:24)
* 14. Trillerstudie: Langsam (00:04:51)
Solist/Solistin: Roland Pöntinen /Klavier
Länge: 08:57 min
Label: cpo 9997042 / Box 9999962

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