Knalleffekt in IKG

Oberrabbiner geht: Knalleffekt in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien +++ "Sex & Crime" - Selbstkritik zum Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche +++ Der "Neue" in der Apostolischen Nuntiatur in Österreich: Pedro Lopez Quintana tritt sein Amt an. - Moderation: Judith Fürst

1. Oberrabbiner geht: Knalleffekt in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

Nicht einmal drei Jahre war er im Amt: Oberrabbiner Arie Folger. Auf eigenen Wunsch verlässt er die Wiener Israelitische Kultusgemeinde, wie es heißt. Das Dienstverhältnis wurde einvernehmlich gelöst, vorläufig bleibt Arie Folger mit seiner Familie noch in Wien und wird vorübergehend auch Mitglied des Rabbinergerichts (Bet Din) bleiben. Der Betrieb im Stadttempel soll durch die Kündigung nicht beeinträchtigt werden, heißt es von Seiten der IKG. Eine durch den Kultusvorstand eingesetzte Kommission soll nun einen neuen Oberrabbiner finden. Hintergrund für die dennoch überraschende Kündigung dürften wiederholte Querelen um Folgers strenge religiöse Auslegung, aber auch dessen soziale Kompetenz sein. - Gestaltung: Susanne Krischke


2. "Sex & Crime" - Selbstkritik zum Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche

Das harte Urteil gegenüber der römisch-katholischen Kirche im Zusammenhang mit den Fällen sexualisierter Gewalt hält Kardinal Christoph Schönborn für angebracht, wenngleich er nicht verallgemeinern will. Zu lange habe die katholische Kirche Sexualität tabuisiert. Und es habe sich mit der Überhöhung des Priesteramtes eine Struktur entwickelt, die Missbrauch von Macht in verschiedenen Formen begünstigt habe, deshalb, so der Wiener Erzbischof, habe die Kirche "die Schamesröte verdient". Bei einer Tagung unter dem Titel "Sex & Crime" sprach Schönborn auch über seinen ganz persönlichen Lernprozess in den 30 Jahren, die vergangen sind, seit er mit den ersten Missbrauchsfällen konfrontiert worden ist. - Gestaltung: Isabella Ferenci


3. Der "Neue" in der Apostolischen Nuntiatur in Österreich: Pedro Lopez Quintana tritt sein Amt an

Er ist vatikanischer Spitzendiplomat mit viel Erfahrung im diplomatischen Dienst auf fast allen Kontinenten: Pedro Lopez Quintana. Der 65-Jährige ist nun von Papst Franziskus als Nuntius, als Botschafter des Vatikan, nach Österreich gesandt worden, in die Nuntiatur in der Wiener Theresianumgasse. Er sieht sich derzeit "inkognito" in mehreren Pfarren um, wie er sagt, man kenne ihn ja noch nicht überall. Doch, auch wenn sich der neue Nuntius von der Lage der Kirche in Österreich - von der Causa Schwarz über die Pfarrzusammenlegungen bis zum Priestermangel - noch ein detaillierteres Bild machen will, spricht er im Interview mit PRAXIS schon über seine bisherigen Eindrücke und Pläne. - Gestaltung: Maria Harmer


4. Jesuitenorden vor Reformen

Die Societas Jesu, der Orden der Jesuiten steht vor Reformen, denn die Schwerpunkte der Arbeit verschieben sich zusehends. So gibt es etwa immer weniger Jesuiten in Europa, umso mehr aber vor allem in Asien. Um die nötigen Umstrukturierungen anzugehen, hat sich kürzlich der Ordensobere der "Gesellschaft Jesu" - so die offizielle deutschsprachige Bezeichnung - auch in Österreich umgesehen und hier über sein Heimatland Venezuela und die tiefe politische und humanitäre Krise dort gesprochen, aber auch über den Umgang des Ordens mit Missbrauch, sowie die Erwartungen an die Amazonas-Synode, die im Oktober im Vatikan stattfinden wird, gesprochen. - Gestaltung: Roberto Talotta

Service

Doris Wagner, "Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche", Verlag Herder
Doris Wagner, "Nicht mehr ich. Die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau", Verlag Knaur
Doris Wagner und Kardinal Christoph Schönborn, "Schuld und Verantwortung. Ein Gespräch über Macht und Missbrauch in der Kirche", Verlag Herder (ab September 2019)

Israelitische Kultusgemeinde Wien
Oberrabbiner Arie Folger kündigt
Katholische Kirche Österreich: Fachtagung Sex & Crime
Apostolische Nuntiatur in Österreich
Jesuiten in Österreich

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