Deng Xiaoping sieht sich ein Astronauten Modell an

AP/TED POWERS

Anno 1979

Als die Welt von heute begann
Gestaltung: Martin Haidinger

Der Fall des Eisernen Vorhangs 1989 überlagert im kollektiven Gedächtnis ein anderes Jahr, in dem weitreichende politische und gesellschaftliche Weichen gestellt wurden, und in dem "die Welt von heute begann", wie der Potsdamer Geschichtsprofessors Frank Bösch in seinem neuen Buch "Zeitenwende 1979" eindrucksvoll darstellt:

Die Renaissance der politischen Religion mit Ajatollah Khomeini in Teheran und mit Johannes Paul II. zu Besuch in Polen, der sowjetische Einmarsch in Afghanistan und die Hochrüstung islamistischer Mudjaheddin durch den Westen, die neoliberale Wende mit der Wahl Margret Thatchers in Großbritannien und die Verwandlung der 68er zu "Grünen", die Einführung des Begriffs "Holocaust" durch die gleichnamige US- Fernsehserie und die Bergefahrten westlicher Schiffe zur Rettung vietnamesischer "Boat-People" markieren genauso Zäsuren, deren Folgen bis heute andauern wie die Machtübernahme in China durch den Reformer Deng Xiaoping, oder der Unfall im AKW bei Harrisburg/USA , der die Anti-Atomkraftbewegung befeuerte.

Was folgte sind politische Päpste, die wie Popstars agieren, der militante politische Islam, das Match radikale Marktwirtschaftler gegen Öko-Bewegte, der stufenweise Niedergang des realen Sozialismus, die Erinnerungskultur an die Shoa, die Debatte um den Umgang mit globalen Flüchtlingsströmen, und China als wirtschaftliche Weltmacht in spe.

Ein Salzburger Nachtstudio von Martin Haidinger über das Schlüsseljahr 1979 mit einem Bonus-Seitenblick auf das "letzte Jahr der Zukunft", wie der Autor Michael Laczynski in seinem gleichnamigen neuen Werk das ebenfalls folgenreiche Annus 1999 nennt ...

Service

Frank Bösch: Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann, C.H.Beck

Michael Laczynski: Das letzte Jahr der Zukunft. Wie 1999 die Welt veränderte, Residenz Verlag

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