Filmstill aus "Kunst & Revolution", einer Dokumentation über die berühmte "Uni-Ferkelei"

SIXPACKFILM WIEN

An der Welt ein Feuer legen

Der Wiener Aktionismus. Mit Eva Badura-Triska, Kuratorin am Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien.
Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

Die Wiener Aktionisten stießen mit ihren radikalen Handlungen in das gesellschaftliche Klima Österreichs der 1960er Jahre, wo der Geist des Nationalsozialismus noch spürbar nachwirkte. Geprägt von einer reaktionären, provinziellen und unterschwellig antisemitischen Grundhaltung war dies die Zeit in der frühere NSDAP-Mitglieder wie Taras Borodajkewycz an österreichischen Universitäten nationalsozialistisches Gedankengut offen verbreiten konnten.

Günter Brus, Hermann Nitsch, Otto Muehl und Rudolf Schwarzkogler hingegen wurden kriminalisiert und pathologisiert. Einen wichtigen Beitrag zur 1968er-Bewegung lieferte die Aktion "Kunst und Revolution", die am 7. Juni 1968 an der Universität Wien stattfand. Sie führte zur gerichtlichen Anklage ihrer Hauptprotagonisten. Als psychiatrischer Gerichtsgutachter wirkte der seinerzeitige Stationsleiter der NS-Tötungseinrichtung "Am Spiegelgrund", Heinrich Gross. Der Prozess gegen Otto Mühl und Günter Brus endete unter anderem wegen "Herabwürdigung staatlicher Symbole" mit Gefängnisstrafen. Die durch die tabubrechenden Aktionen der Gruppe herausgeforderten öffentlichen Reaktionen geben heute ein präzises Zeitbild der österreichischen Nachkriegsgesellschaft.

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