Japanisches Motiv auf einer Hauswand in Wien

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Sadako und J-Pop

150 Jahre Beziehungen Japans zu Österreich
Gestaltung: Irene Suchy

1869: Japan und Österreich-Ungarn schließen einen Freundschaftsvertrag. Nach 250 Jahren währender Abgeschlossenheit wendet sich das Land dem Westen zu, was einen regelrechten Japan-Boom auf der Wiener Weltausstellung auslöst.
Unter den zahlreichen Experten und Expertinnen, die Japan ins Land holt, sind jene aus Österreich zwar eine Minderheit, markieren aber signifikante Wendepunkte in der japanischen Geschichte:

Als beispielsweise der Geiger Eduard Remeny 1887 erstmals im kaiserlichen Palast auftritt, legt die kaiserliche Familie ihr traditionelles Gewand ab und kleidet sich von nun an nach westlicher Mode.

Österreich bringt neben Musikwissen medizinisches und juristisches Know How und - eher zufällig - das Schifahren.
So gierig Japan nach dem Wissen des Westens greift, so sehr ist es auf die Bewahrung seiner gesellschaftlichen Strukturen bedacht. Kein noch so hoch geehrter Ausländer wird jemals an führender Stelle beschäftigt, Japan behält die Oberhand und erteilt nur temporäre, untergeordnete Verträge.

Eine historisch-literarische Episode ist das berührende Buch Karl Bruckners "Sadako will leben", das auf dem Aufzeichnungen Robert Jungks über die Hiroshima-Katastrophe 1945 fußt; und dass das Hiroshima-Friedens-Mahnmal in Form einer Stahlkuppel vom tschechischen Architekten Jan Letzel (geboren 1915 in Nachod, Österreich-Ungarn) erbaut wurde, ist eine weitere Einschreibung in die gegenseitigen Beziehungen.
Während Japan aber österreichische Künstler und klassische Komponisten verehrt, aufführt und beforscht, ist umgekehrt das Interesse an traditioneller japanischer Musik in Österreich kaum vorhanden.

Dieses Ungleichgewicht im Kulturaustausch wird erst in den letzten Jahrzehnten geringer; einerseits im Bereich der Architektur und der Technologie, in Robotics oder im Computer-Spiel-Bereich, wo gegenseitige Bereicherung und Zusammenarbeit erkennbar wird, andererseits sind österreichische Jugendliche nicht nur Manga- sondern auch "J-Pop" Fans.

Ein besonderer Aspekt sind die juristischen Beziehungen, die in der Gegenwart durch den Verein J-Law gepflegt werden. Der Einfluss des vertriebenen Österreichers Hans Kelsen war so groß, dass Japan - von Östererich inspiriert - einen Verfassungsgerichtshof eingeführt hat!
Und: Die Tochter des österreichischen Exilanten uimnd Pianisten Leo Sirota, Beate Gordon Sirota, hat in die japanische Nachkriegsverfassung Frauenrechte integriert!
















































































hat

Irene Suchy analysiert 150 Jahre österreichische Beziehungen und die damit verbundenen Wünsche für die Zukunft.

Service

Nohtheater im September in Wien
https://www.noh-theater.at

Dr. Alexander T. Scheuwimmer, MBA und Verein J-Law
http://www.j-law.at/de_de/verein-j-law
www.taiyolegal.at

Österreichisch-Japanische Gesellschaft
http://www.oejg.org/

Japanorama 2019 - Medienprojekt der Japanalogie Wien
https://japanologie.univie.ac.at/startseite/einzelnews/news/bericht-japanorama-2019/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=8af18cb1451f5d448c37078fa17ff666

Tonkünstler Orchester Niederösterreich
https://www.tonkuenstler.at/de

Japan Austrias Science Exchange Center
jasec.tuwien.ac.at

BMEIA Kultursektion
https://www.bmeia.gv.at/europa-aussenpolitik/auslandskultur


Buchtipps:
Judith Brandner: Japan - Inselreich in Bewegung. Residenz Verlag 2019.

Peter Pantzer: Österreichs erster Handelsdelegierter in Japan.
Das Japan-Tagebuch von Karl Ritter von Scherzer.
Iudicium 2019.

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