Mann hält Mond

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Das Paar, das die Mondlandung programmierte

Margret Hamilton und Don Eyles

So glatt wie in der Erinnerung verlief die Mondlandung von Apollo 11 gar nicht. Nur wenige Kilometer über der Mondoberfläche zeigte der Bordcomputer des Landers den Fehler 1202 an - der Code für ein massives Problem. Ein Radar, das die Distanz zur Oberfläche des Erdtrabanten messen sollte, zog so viel Rechenleistung vom Computer ab, dass er nicht mehr richtig funktionierte.

Aber die Programmierer hatten so viele Sicherheitssysteme eingebaut, dass sich der Mondlander mit Hilfe des Piloten Buzz Aldrin und des Commanders Neil Armstrong noch immer fliegen ließ. Das Mastermind hinter dem letzten Stück Wegs zum Mond war ein damals gerade einmal 25 Jahre alter Programmierer namens Don Eyles. Sein Programm für die Landephase und die verschiedenen Stufen des Abbremsens füllte einen 20 Zentimeter dicken Packen Endlospapier.

Teile davon waren nie bei einer Mission erprobt worden. Zwei Jahre später rettete Eyles die Apollo 14 Mission, was ihm einen Artikel im Rolling Stone-Magazin einbrachte.
Die Mondlandung war aber, anders als es scheinen mag, keine reine Männersache, obwohl es letztendlich ein Mann war, der seine Füße als erstes in den Mondstaub drückte und ihm sehr viele Männer in weißen Hemden und schwarzen Anzügen im Kennedy Space Center dabei zuschauten.

Die Software für das Steuerungs- und Navigationssystem der Apollo 11-Mission schrieb eine Frau, die IT-Spezialistin Margret Hamilton. Nebenbei hat sie ein Grundprinzip moderner Rechner erfunden, nämlich Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Außerdem prägte sie den Begriff software engineering.
Im Gespräch mit Franz Zeller erinnert sich Don Eyles an seine Mitarbeit an den Apollo-Missionen, und Anna Masoner porträtiert die IT-Pionierin Margret Hamilton.

Redaktion: Franz Zeller
Moderation: Wolfgang Ritschl

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