Stimmen hören

mit Chris Tina Tengel.
Populär und vergessen zugleich: Ruggero Leoncavallo, der "Verist", der keiner mehr sein wollte.

Ist Ruggero Leoncavallo, abseits des "Bajazzo" und der "Mattinata", 100 Jahre nach seinem Tod womöglich ein Problemfall geworden? "Pagliacci", sein eher später Bühnenerstling, war ein Sensationserfolg von Anbeginn, ist nicht umzubringen, kündet bis heute von den griffigen Reizen des musikalischen "Verismo".

Ähnlich wie Pietro Mascagni verweigerte sich danach auch Leoncavallo dem einfachen Weg, lauter kleine "Bajazzos" in die Welt zu setzen. König Ödipus, der romantische englische Poet Chatterton, die Pariser "Music-Hall"-Sängerin Zaza, Friedrich von Hohenzollerin im Berlin des 15.Jahrhunderts werden nun seine Hauptfiguren; Leoncavallo arbeitet sich am italienischen Risorgimento ("Gottfredo Mameli"), bringt eine "andere" "Boheme" hervor (die von Puccini bleibt dennoch "die eine"), schreibt dazwischen eine enorme Anzahl von Operetten auf französische, englische und italienische Texte.

Das alles ist zwar klingend abrufbar, doch keines "der" Opernhäuser weltweit will sich damit abgeben; die Schlussfolgerung, dass der "abseitige" Leoncavallo die Beschäftigung nicht lohnt, drängt sich auf. Wir gehen der Sache auf den Grund!

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