Philippiner beim Karaoke singen in einer Bar

AFP/NOEL CELIS

Karaoke auf den Philippinen

Mindanao - Glaube, Gewalt und Karaoke. - Gestaltung: Alexandra Mantler

Warum Karaoke? Geonathan Barro, der Direktor von Agro-Eco versucht zu erklären. Agro-Eco ist ein Netzwerk von Kleinbauern und -bäuerinnen-Initiativen auf der philippinischen Insel Mindanao, die diversifizierte ökologische Landwirtschaft betreiben. Im Versammlungsraum des Dorfes Sta. Josefa steht - wie fast überall auf den Philippinen - eine alte Karaoke-Anlage. Warum sind die Menschen hier so begeistert vom Karaoke?

"Die Lebenssituation der Menschen hier auf den Philippinen, ob sie nun von der Landwirtschaft oder vom Fischfang leben, ist sehr kompliziert", erklärt Geonathan Barro. Doch es gebe da dieses intensive Gefühl von Geschwisterlichkeit - auch in einem spirituellen Sinn - und von Zusammengehörigkeit. "Wenn ein Farmer hier Probleme hat, die Ernte schlecht war oder die Schulden ihn zu erdrücken drohen, dann kommt ein anderer Bauer daher, umarmt ihn und versucht ihn zu trösten: Wir halten zu Dir. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Komm, setz Dich her, trinken wir ein Bier und singen wir Karaoke." In diese Lieder könnten die Bäuerinnen und Bauern all ihre Ängste, ihre Wut und ihre Frustration hineinlegen, meint Barro, "wenn sie singen: 'My way' oder 'Bridge over troubled water' oder eines der vielen anderen Lieder".

Die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar, kennen viele vor allem wegen der Sternsinger, die in den Tagen nach Weihnachten Geld für Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika sammeln. Doch spenden dafür kann man das ganze Jahr über und die Projekte gibt es auch nicht nur zur Weihnachtszeit. Alexandra Mantler hat Mitarbeiter der Dreikönigsaktion auf die philippinische Insel Mindanao begleitet, mit Kleinbäuerinnen und Fischern gesprochen und natürlich: Karaoke gesungen. Eine Wiederholung im Rahmen der Sommerserie: Das Beste zum Wiederhören.

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