VR-Brille

AP/MARTIN MEISSNER

Warum wir spielen

Bedürfnis, Rausch und Schicksal. Wie die Gesellschaft auf Spielfreude und Spielsucht reagiert. Gäste: Ernst Strouhal, Kulturwissenschaftler an der Universität für angewandte Kunst in Wien; Roland Mader, Psychiater und Psychotherapeut, Leiter der Abteilung für alkohol-, medikamenten- und spielsüchtige Menschen am Anton-Proksch-Institut.
Moderation: Elisabeth Scharang.
Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79

Spielen ist Rausch, Wettkampf, Identitätsfindung, Sucht, Wirtschaftsfaktor und das Ringen mit dem Schicksal.

"Spielregeln sind - historisch betrachtet - Wunsch und Zerrspiegel der jeweiligen Gesellschaft", kommentiert der Kulturwissenschaftler Ernst Strouhal das Spiel als simplifizierte Erklärung der Welt.

Im Spiel unterwerfen wir uns wie im Leben Regeln, um zu einem vorgegebenen Ziel zu kommen. "Auf der anderen Seite erlaubt und erfordert das Spiel ein bestimmtes konkurrierendes, mitunter sogar grausames Verhalten ", setzt Strouhal nach. "Innerhalb des Zauberzirkels des Spiels sind Dinge erlaubt, die außerhalb, in der Gesellschaft, nicht erlaubt und verpönt sind. Deshalb bin ich gegen eine Ausweitung des Spielbegriffs; ich möchte nicht in einer Welt leben, in der das Spiel zur Realität wird."

Elisabeth Scharang diskutiert mit dem Kulturwissenschaftler Ernst Strouhal, dem Psychiater Roland Mader sowie Hörerinnen und Hörern die Möglichkeiten des Spiels und die Gefahren für die SpielerInnen.

Liegt der Zweck des Spielens im Spiel selbst? Gibt es immer Gewinner und Verlierer? Welche Rolle spielt das Glück? Braucht ein Spiel ein definiertes Ziel und ein messbares Ergebnis?

Der Begriff des Spielens, wie wir ihn heute kennen, hat sich im 18.Jahrhundert entwickelt; das Spiel wurde mit dem Aufstieg des Bürgertums mit Sinn und mit Leistung aufgeladen. "Man kann diese Entwicklung als den Ursprung des Leistungssports bezeichnen," zieht Ernst Strouhal den Bogen. Im Zuge dessen wurde auch das ruinöse Glückspiel immer schon mit unterschiedlichen Methoden bekämpft.

2018 hat die Weltgesundheitsorganisation auch die Computerspielsucht, die sogenannte Gaming Disorder, in den Katalog der Krankheiten aufgenommen. "Nahezu die Hälfte der pathologischen Spielerinnen und Spieler ist jünger als 18 Jahre", weiß Roland Mader aus seiner Arbeit am Anton-Proksch-Institut in Wien.

Warum sind überdurchschnittliche viele Männer von Spielsucht betroffen? Was macht die Spielmotivation aus? Und wie begegnet man in der Suchttherapie dem sogenannten "Magischen Denken"?

"Die fast unkorrigierbare Überzeugung, beim nächsten Spiel zu gewinnen oder die Gewinnzahlen "spüren zu können", stellt eine der großen Hürden in der Therapie von Spielsuchtkranken dar", erzählt Roland Mader aus seiner therapeutischen Praxis.

Spielt am Ende uns das Spiel?

Reden Sie mit - unter 0800 22 69 79 - kostenfrei aus ganz Österreich - oder per E-Mail an punkteins@orf.at

Service

Spielsuchthilfe
Informationen für spielsüchtige Menschen und deren Angehörige
Telefon: +43 1 544 13 57

Anton-Proksch-Institut
Telefon: +43 1 880 10

Grüner Kreis

Sendereihe

Playlist

Urheber/Urheberin: Joe South
Titel: Games People Play
Ausführender/Ausführende: Dionne Warwick
Länge: 02:54 min
Label: Edsel/ Rhino Rec

Urheber/Urheberin: Cat Stevens
Titel: Where do the children play
Ausführender/Ausführende: Jess Abrams
Länge: 04:52 min
Label: Jess Abrams

Urheber/Urheberin: Tom Odell
Titel: Queen of Diamonds
Ausführender/Ausführende: Tom Odell
Länge: 04:34 min
Label: Colombia Rec

weiteren Inhalt einblenden