Ginger Baker

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Ginger Baker 1939-2019

Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. Ingwer ist ein scharfes Gewürz: In memoriam Ginger Baker.

Wenn die Musikwelt demnächst die 100. Wiederkehr des Geburtstags von Art Blakey feiert, klicken sich wohl viele durch www.artblakey.com Dort finden sich unter anderem die Links zu genau drei fein ausgewählten "legendary drum battles": Blakey misst sich mit großen Jazz-Kollegen wie Max Roach oder Elvin Jones, sowie einem 20 Jahre jüngeren Feuerkopf aus der Rock-Ecke: Ginger Baker. Es ist an dieser Stelle kein Platz dafür, sich über die Feinheiten solcher Schlagzeug-Duelle auszulassen, und viele Musikfans sind ohnehin gar keine Fans vom Schlagzeug, schon gar nicht von ausgedehnten Schlagzeug-Soli. Ginger Baker selbst beteiligte sich nie an solchen Erörterungen. Schlagzeugspiel sei nichts anderes als die Fähigkeit, mit Armen und Beinen unterschiedliche Dinge zur gleichen Zeit zu tun - und fertig. Interviews mit Baker waren selten ergiebig, er hatte wohl den Eindruck, am Drum-Set genug gesagt zu haben. Der Mann mit den zehn Beats pro Sekunde ließ sich zu kaum mehr als zwei Sätzen pro Minute hinreißen. Diese konnten aber so scharf sein wie das Gewürz, das denselben Namen trägt wie er.

"Beware Of Mr. Baker" heißt denn auch die Dokumentation von Jay Bulger; ein Schild mit diesen Worten war am Eingang zu Bakers Farm in Südafrika angebracht. 1971 war Baker zum ersten Mal nach Afrika gereist, zunächst in den Westen des Kontinents. Er baute sich ein Tonstudio in der nigerianischen Hauptstadt Lagos und spielte u.a. mit Nigerias legendärem Superstar Fela Kuti. Dass er acht Lebensjahrzehnte erreichen sollte, darauf wettete bis 1980 kaum jemand, so heftig war sein Drogenkonsum. Doch Baker kam davon los, gründete eine Band nach der anderen, deren Kurzlebigkeit immer wieder auch seinem -gelinde gesagt - stürmischen Temperament geschuldet war, spielte sich von Rock zu Jazz und wieder zurück, konnte als Weggefährten auch Bill Frisell und Charlie Haden gewinnen. 2005 fand ein grantiges Reunion-Konzert jener Band statt, die Ginger Bakers Ruhm und Reichtum begründet hatte und erhielt: Cream. Noch vor seinem 30. Geburtstag hatte Baker mit Eric Clapton und Jack Bruce in der von 1966 bis '68 bestehenden Supergroup mehrere Millionen Platten verkauft.

Nun ist der in London geborene "liebenswerte Schurke" (Clapton) ein paar Wochen nach seinem 80. Geburtstag verstorben. "Do what you like" - ein Titel von Bakers Band Blind Faith - war sein Lebensmotto.

Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Ginger Baker
Album: Palanquin´s Pole
Titel: Ginger´s Solo
Ausführende: Ginger Baker African Force
Länge: 02:38 min
Label: ITM 0996

Komponist/Komponistin: Ye De Smell
Album: Fela with Ginger Baker live
Titel: Ye De Smell
Ausführende: Fela Kuti
Ausführende: Ginger Baker
Länge: 04:02 min
Label: Regal Zonophone / Barclay / Un

Komponist/Komponistin: Baker
Gesamttitel: Blind Faith
Titel: Do What You Like
Ausführende: Blind Faith
Länge: 04:00 min
Label: Karussell 2499019

Komponist/Komponistin: Eric Clapton
Komponist/Komponistin: Felix Pappalardi
Komponist/Komponistin: Gail Collins
Gesamttitel: ERIC CLAPTON: LIFE IN 12 BARS / Original Filmmusik
Titel: Strange brew
Ausführende: Cream /Gesang m.Begl.
Solist/Solistin: Eric Clapton /Gesang, Gitarre
Länge: 02:48 min
Label: Universal 6732129 (2 CD)

Komponist/Komponistin: Bill Frisell/geb.1951
Album: GOING BACK HOME
Titel: Rambler/instr.
Ausführende: Ginger Baker Trio
Ausführender/Ausführende: Ginger Baker /Drums
Ausführender/Ausführende: Charlie Haden /Bass
Ausführender/Ausführende: Bill Frisell /Gitarre
Länge: 05:27 min
Label: Atlantic 7567826522

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