Blaue Kirchenkuppel

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Russischer Absurdismus

"Wunder" - Prosaminiaturen von Wsewolod Petrow. Aus dem Russischen von Daniel Jurjew. Es liest Rafael Schuchter. Gestaltung: Gudrun Hamböck

Sergej Sergejewitsch wälzt seinen Sprachgebrauch aufgrund einer Phobie um - mit drastischen Folgen; eine alte Frau und ein Mann mit Gleichgewichtsproblemen unterhalten sich auf einem Steg spazierend über Wunder; und Trygin wird, im Gurkenbeet sitzend, von einem Stern verfolgt…

Im deutschsprachigen Raum wurde Wsewolod Petrow (1912-1978) durch die Novelle "Die Manon Lescaut von Turdej" aus dem Jahr 1946 bekannt, die erst 2013 ins Deutsche übertragen wurde. Im Nachlass des Petersburger Kunsthistorikers und Autors fanden sich Prosaminiaturen, die in den 1930er und 40er-Jahren entstanden waren und die in ihrer radikalen Ästhetik des Absurden vieles mit den Texten Daniil Charms´ (mit dem Petrow befreundet war) und wenig mit besagter Novelle gemeinsam haben. In ihnen sind gleich mehrere Strömungen der russischen Avantgarde - bevor sie von der stalinistischen Kunstdoktrin zum Schweigen gebracht wurde - enthalten, darunter surrealistische Elemente. Einige dieser Prosaminiaturen, die der Autor unter dem Titel "Philosophische Erzählungen" zusammenfasste, sind in der Sendung zu hören.

Service

Wsewolod Petrow, Wunder. Aus dem Russischen von Daniel Jurjew. Friedenauer Presse, Berlin 2019

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