Irische Grenze

AP/SIDNEY SMART

Die irische Grenze

Alte Fronten als Folge des Brexits? Mit Dieter Reinisch, Historiker, Institute for Advanced Study, Central European University.
Gestaltung: Isabelle Engels

In den Brexit-Verhandlungen bildet die Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland ein besonders großes Hindernis. Im Falle eines Austritts Großbritanniens würde sich diese Binnengrenze in eine EU-Außengrenze verwandeln.

Um eine harte Grenze zu verhindern, wurde der sogenannte "Backstop" im Vertrag festgelegt, eine Klausel, die im Falle eines No-Deals Großbritannien in der Zollunion der EU und Nordirland zudem im europäischen Binnenmarkt auf festgelegte Zeit belassen würde.
Neben den wirtschaftlichen Folgen besteht die Befürchtung, dass eine harte Grenze zu einem erneuten Aufflammen des gewaltsamen Konflikts zwischen irischen Nationalisten und probritischen Unionisten führen könnte.

Das 1998 geschlossene "Karfreitagsabkommen" hatte den 30-jährigen blutigen Konflikt zwar befriedet, aber nicht gelöst. Bis Ende der 1990er Jahre markierten Wachtürme und Soldaten die Grenze. Nicht zuletzt durch den freien Personen- und Warenverkehr infolge der Mitgliedschaft in der EU ist diese Trennlinie verblasst. Die Rückkehr zu einer Grenze mit Kontrollen von Personen und Waren könnte alte Konflikte wieder anheizen.

Die Grenze verläuft in vielen kleinen Windungen quer über die grüne Insel - entlang der jahrhundertealten Grafschaftsgrenzen. Der Verlauf wurde nach der Gründung Nordirlands 1921 von einer "Grenzkommission" genau festgelegt. Infolge des irischen Unabhängigkeitskrieges war der Freistaat Irland entstanden, der Nordosten der Insel blieb jedoch Teil des Vereinigten Königreichs.

Ein Blick auf die Entstehung dieser Grenze und den Umgang mit ihr lässt uns die aktuelle Brisanz dieser Thematik besser nachvollziehen.

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Website von Dieter Reinisch
Central European University



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