Antonio Cesti "Il Pomo d'oro"

BILD ARCHIV AUSTRIA

Zum 350. Todestag von Antonio Cesti

präsentiert von Gerhard Hafner. Ausschnitte aus den Opern "Orontea", "Semiramide" und "Il pomo d'oro" von Antonio Cesti (aufgenommen im Rahmen der "Innsbrucker Festwochen der Alten Musik" 1980, 1982, 1987 und 2018 mit u. a. René Jacobs, Jill Feldman, Guy de Mey und Harry van der Kamp)

Vor 350 Jahren, am 14. Oktober 1669, starb in Florenz Antonio Cesti, der genialste italienische Opernkomponist zwischen Francesco Cavalli und Alessandro Scarlatti. Cesti war u. a. in Venedig, Florenz, Innsbruck und Wien tätig und zählte im 17. Jahrhundert europaweit zu den erfolgreichsten und meist gespielten Opernkomponisten, schrieb als Mitglied des Franziskanerordens aber auch Musik für die Kirche. Bereits als Jugendlicher war der 1623 im toskanischen Arezzo geborene Cesti in den Franziskanerorden eingetreten, konnte später aber die Verpflichtungen als Opernsänger und Tonsetzer kaum noch mit den strengen Regeln eines Minoritenmönchs in Einklang bringen. Deshalb entpflichtete ihn Papst Alexander VII. Chigi, der Bauherr des Petersplatzes, von seinem Gelübde und nahm ihn stattdessen in den weltlichen Hospitalorden vom Heiligen Geist auf.

Zwischen den Jahren 1652 und 1657 wirkte Cesti als Kammerkapellmeister von Erzherzog Ferdinand Karl, der in Innsbruck ein vergleichbares Opernleben begründen wollte, wie er dies von den Fürstenhöfen in Mantua, Florenz, Ferrara oder Parma kannte. Als Impresario einer italienischen Opernkompanie brachte Cesti in Innsbruck seiner Opern "L'Orontea", "La Cleopatra", "L'Argia" und "La Dori" zur Aufführung. Nach dem Tod von Erzherzog Ferdinand Karl wurde Cesti von Kaiser Leopold an den Wiener Hof berufen und dort zum "Ehrenkaplan" sowie zum "intendente delle musiche teatrali" ernannt. Dass er damit sämtliche langgedienten Hofmusiker verprellte, darunter Pietro Andrea Ziani, nahm der junge Kaiser billigend in Kauf. Er liebte die Musik so inbrünstig und war selbst ein so profunder Komponist, dass er die moderne Kunst eines Cesti von der altmodischen eines Ziani wohl zu unterscheiden wusste. 1668 wurde am Wiener Hof Cestis Monumentaloper "Il pomo d'oro" uraufgeführt, die bis heute als Höhepunkt der barocken habsburgischen Festlichkeiten gilt. Da ihm der vorgeschriebene Prunk in Wien nicht gefiel, kehrte Cesti nach Italien zurück, wo er letztlich am Hof des Erzherzogs in Florenz wirkte. Nach Cesti ist auch jener Gesangswettbewerb benannt, der seit 2010 von den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik jährlich veranstaltet wird.

Sendereihe

Gestaltung

  • Gerhard Hafner

Playlist

Komponist/Komponistin: Antonio Cesti/1623-1669
Titel: Sulla fiorita sponda
Solist/Solistin: Emöke Baráth /Sopran
Solist/Solistin: Michele Pasotti /Laute
Solist/Solistin: Margret Köll /Barockharfe
Länge: 06:31 min
Label: IFAM180731

Komponist/Komponistin: Pietro Antonio Cesti/1623 - 1669
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Giacinto Andrea Cicognini/1606 - 1660
Titel: L'ORONTEA / daraus: 2.Akt (Ausschnitt)
Solist/Solistin: Helga Müller Molinari /Orontea
Solist/Solistin: Gregory Reinhart /Creonte
Solist/Solistin: Guy de Mey /Aristea
Solist/Solistin: René Jacobs /Alidoro
Solist/Solistin: David James /Corindo
Solist/Solistin: Jill Feldman /Giacinta
Ausführende: Concerto Vocale
Leitung: René Jacobs
Länge: 38:12 min
Label: Harmonia Mundi HMC 901101 (3

Komponist/Komponistin: Pietro Antonio Cesti/1623 - 1669
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Giovanni Battista Moniglia
Titel: LA SEMIRAMIDE / daraus: 1.Akt (Ausschnitt)
Solist/Solistin: Susanna Anselmi
Solist/Solistin: Jeffrey Gall
Solist/Solistin: Gregory Reinhart
Solist/Solistin: Harry van der Kamp
Solist/Solistin: Ian Honeyman
Orchester: Il complesso barocco
Leitung: Alan Curtis
Länge: 20:31 min
Label: IFAM8780

Komponist/Komponistin: Pietro Antonio Cesti/1623 - 1669
Titel: IL POMO D'ORO / daraus: Szene Paride, Ennone, 2.Akt
Solist/Solistin: Judith Nelson /Ennone
Solist/Solistin: René Jacobs /Paride
Solist/Solistin: Mihoko Kimura /Violine
Solist/Solistin: Dirk Verelst /Violine
Solist/Solistin: Marianne Müller /Viola da gamba
Solist/Solistin: Nanneke Schaap /Viola da gamba
Solist/Solistin: Wieland Kuijken /Viola da gamba
Solist/Solistin: Konrad Junghänel /Theorbe
Solist/Solistin: William Christie /Cembalo, Orgelpositiv
Länge: 13:10 min
Label: ORF Edition Alte Musik CD 451

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