Zwei Frischlinge

APA/DPA/BERND THISSEN

Faszinierende Familienbande

Die Wildbiologin Claudia Bieber über das Sozialverhalten von Wildschweinen.
Teil 2: Straffe Strukturen
Gestaltung: Maria Harmer

"Wir Menschen können ins Weltall fliegen, aber über Wildschweine, einheimische Wildtiere, wissen wir so wenig", sagt die Wildbiologin Claudia Bieber vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Wir wüssten auch nicht, wie viele Wildschweine derzeit in Österreich leben. Um mehr über das Sozialverhalten dieser "super schlauen Tiere" (Zitat Bieber) herauszufinden, hat sie gemeinsam mit Kolleg/innen eine Langzeitstudie gemacht. Besonderes Augenmerk legte sie auf die sozialen Strukturen, die sich entwickeln oder verändern, wenn aus einer Gruppe die sogenannte "Leitbache" entfernt wird.

"Wildschweine sind sehr soziale Wesen", so das Credo der Wildbiologin. Und sie hat sogar eigenständige Persönlichkeiten in den Gruppen, den sogenannten "Rotten" ausmachen können: Da gibt es den Schüchternen und die Unerschrockene, die Fürsorgliche und den Draufgänger. Und die Forscher/innen konnten auch den sogenannten "Silver-Spoon-Effekt" bei Wildschweinen nachweisen: Jungtiere, die in Jahren mit gutem Nahrungsangebot und auch unter sonst idealen Bedingungen auf die Welt kamen, also quasi "mit einem silbernen Löffel im Mund" geboren wurden, waren stärker und hatten einen lebenslangen Vorteil.

Die Wildbiologin Claudia Bieber vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität erzählt von ihren jahrelangen Beobachtungen im großen Wildschweingatter der Universität und gibt interessante Einblicke in die Sozialstrukturen dieser intelligenten Waldbewohner.

Service

GESPRÄCHSPARTNERIN:

Priv.-Doz. Dr. Claudia Bieber
Veterinärmedizinische Universität Wien
Institut für Wildtierkunde und Ökologie


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