Radiokolleg - Das Kärntnerlied

Vielstimmiges Kulturgut (2). Gestaltung: Daniela Knaller

Niemand hat eine klare Vorstellung, wenn vom "Steirerlied" die Rede ist. Wenn aber vom "Kärntnerlied" gesprochen wird, weiß jeder, dass es sich meist um ein Liebeslied gemütvoller oder trauriger Art handelt, das vier- oder fünfstimmig gesungen wird. Diese Art von Vier- oder Fünfstimmigkeit, bei der die melodienführende Stimme in Randstimmen eingebettet ist, ist auch eine Eigenart, die sich kaum woanders findet.

"Nimm dem Kärntner sein Lied, und er müsste welken wie die Blume ohne Tau." Dieser bekannte Satz des österreichischen Autors Josef Friedrich Perkonig unterstreicht, was weithin bekannt ist, nämlich, dass das Singen in Kärnten allgegenwärtig ist. Aber hat das Kärntner Lied wirklich noch den Stellenwert?

Zum "Alten Kärntnerlied" werden landläufig jene Volkslieder gezählt, die vor 1920 entstanden sind. Ihre Urheber sind in den meisten Fällen nicht bekannt. Beim "neuen" Kärntnerlied, das nach dem 2. Weltkrieg entstanden ist, handelt es sich oft um ein Produkt einer Symbiose von Mundartdichtern und Komponisten. Auch das neue Kärntnerlied zeichnet sich durch jene Weichheit der Melodie aus, die das alte so typisch erscheinen lässt; nichts ist schroff, alles ist ausgeglichen.

Die über 600 Kärntner Chöre sind die Träger dieses Kärntnerliedes. In den letzten Jahren ist aber sowohl ein kreativer als auch zeitgemäßer Umgang mit dem Kärntnerlied zu beobachten. Daniela Knaller begibt sich auf Spurensuche.

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