Ein Modell eines Dodo's

WIKIPEDIA/CC0

Dodo und die Dichter

Lyrik über ausgestorbene Tierarten.
Von Astrid Mayerle

Wie mag sich das anfühlen, als letzter Vertreter der eigenen Art auf den Tod zu warten? Das Artensterben beschäftigt seit den 1960er Jahren auch Lyrikerinnen und Lyriker. Ihre Verse werden zu poetischen Mahnmalen verschwundener Tierarten. Die Lyrik zeitgenössischer Autoren und Autorinnen verdichtet den Gegensatz von Einzigartigkeit und Gattungstod noch einmal mehr. Manche dieser Gedichte erscheinen wie Kurzbiografien einer verschwundenen Tierart, andere wirken wie Epitaphe oder Requien.

Die meisten von ihnen lassen sich auch als Mahnrufe lesen, die sich nicht nur an Naturschützer, Umweltexperten und Biodiversitätsforscher richten. Von vielen ausgestorbenen Arten gibt es nicht einmal Aufzeichnungen ihrer Stimmen, keine verlässlichen Bilder, geschweige denn Präparate von einst lebenden Tieren. Nicht genug: Jährlich sterben mindestens 15.000 Arten aus, die noch nicht einmal entdeckt und erst recht nicht klassifiziert sind.

Wir kennen also nicht einmal ihre Namen, nur ihre einstigen Lebensräume, vorwiegend tropische Regenwälder. Sogar von sehr bekannten verschwundenen Arten wie dem Dodo, einem ehemals flugunfähigen Vogel, ist kein einziges vollständig konserviertes Tier erhalten. Umso tröstlicher wirken da Gedichte.

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