Mark Twain

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Wenn Mark Twain der deutschen Sprache Nachhilfe gibt

"Die Schrecken der deutschen Sprache". Von Mark Twain. Aus dem Englischen von Gustav Adolf Himmel. Es liest Peter Fröhlich.

Zum Deutschen hatte der Schriftsteller Mark Twain ein - freundlich ausgedrückt - angespanntes Verhältnis: Wenn die Sprache so bleiben sollte, "müsste man sie sanft und ehrerbietig bei den toten Sprachen absetzen, denn nur die Toten haben Zeit, sie zu lernen". Was einen erwartet, wenn man es dennoch versuchen will, beschreibt er mit Ironie und trockenem Witz in seinem wahrscheinlich berühmtesten philologischen Essay mit dem vielsagenden Titel "Die Schrecken der deutschen Sprache".

Das englische Original erschien erstmals 1880 als Annex seines semi-fiktionalen, satirischen Reiseberichts "A Tramp abroad", zu Deutsch "Bummel durch Europa". Der Text über die Mühen und Frustrationen des Deutsch-Schülers Twain wurde vielfach für sich alleine übersetzt und rezipiert und gilt heute als bekannter als der Band, aus dem er stammt. Stoff genug hatte der Erfinder der Romanfiguren Tom Sawyer und Huckleberry Finn bei einem ausgedehnten Europaaufenthalt mit seiner Familie sammeln können. Seine eigenen Fortschritte beim Erlernen der deutschen Fremdsprache blieben aber - im Gegensatz zu denen seiner Frau und Tochter - gering, Twain schob das auf den Zeitmangel. Das Erlernte setzte er dafür später immer wieder auf humoristische Weise in seinen Kurzgeschichten und Romanen ein. Und auch wenn er das Deutsche für seine Skurrilitäten und Schwierigkeiten scholt und Verbesserungen vorschlug, hegte der Amerikaner Sympathie für die Sprache. In einer Rede vor dem Journalistenclub Concordia Ende der 1890er bezeichnete er sich gar als ihren "treuesten Freund" - wie ernst er es an diesem Abend meinte, sei dahingestellt.

Gestaltung: Karin Buttenhauser
Präsentation: Antonia Löffler

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Mark Twain, "Die Schrecken der deutschen Sprache". Aus dem Englischen von Gustav Adolf Himmel. Erschienen im Insel Verlag, 1985.

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