Passanten

AP/MARK LENNIHAN

Konservative Maschinen

1. Wie Algorithmen fairer werden sollen
Gestaltung: Anna Masoner

2. Was wirklich hinter dem Cyberangriff auf das Außenministerium steckt
Gestaltung: Sarah Kriesche

3. Facebook-Prozess in Wien
Gestaltung: Julia Gindl

1. Wie Algorithmen fairer werden sollen
Eigentlich sollen sie helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen: welcher Kunde kriegt einen höheren Kreditrahmen, wer ist die fähigste Kandidatin für einen Job, welcher Straftäter hat ein hohes Rückfallrisiko. Doch mittlerweile gibt es jede Menge Fälle, in denen Algorithmen unabsichtlich diskriminierten. Weil Frauen in der Vergangenheit im Unternehmen weniger oft befördert wurden, lernt die Maschine etwa, dass männliche Jobanwärter besser in die Firma passen. "Machine bias", so nennen Informatiker/innen diese oft durch problematische Daten generierten maschinellen Vorurteile. Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Aktivisten machen sich daran, voreingenommene Algorithmen aufzudecken und nach Möglichkeiten zu suchen, Software fairer und transparenter zu gestalten. Anna Masoner hat einige von ihnen bei der ACM Conference on Fairness, Accountability, and Transparency Ende Jänner in Barcelona getroffen.

2. So wie der Cyberangriff auf das Außenministerium begonnen hat, so endet er auch: Mit einer Presseaussendung. Nach intensivsten Arbeiten und einer hervorragenden Zusammenarbeit aller beteiligten Ressorts sei es vergangenes Wochenende gelungen, die IT-Systeme zu bereinigen und den gezielten Cyberangriff auf das Außenministerium zu beenden - so die knapp gehaltene Meldung, die gestern ausgeschickt wurde. Wer hinter den Angriffen steckt, worauf es die Angreifer abgesehen haben oder wie die Angreifer ins System gelangen konnten, erfährt man nicht offiziell. Hinter vorgehaltener Hand freilich gibt es einige Hinweise, denen wir in den letzten Wochen nachgegangen sind. Sarah Kriesche hat die Puzzlesteine zusammengesetzt und berichtet über jene Teile des Angriffs, die in der Öffentlichkeit bislang NICHT erzählt wurden.

3. Skurril bis chaotisch, so könnte man den gestrigen Verhandlungstag am Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen zusammenfassen. Es war das Finale des Datenschutzverfahrens Max Schrems gegen Facebook. Neun Stunden lang wurde diskutiert und um Begriffe gestritten. Auch eine Vertreterin von Facebook war im Zeugenstand, sie hatte auf die Fragen, was mit den Nutzerdaten auf Facebook passiert, jedoch nur recht vage Antworten. Der österreichische Datenschutzjurist Schrems hat bereits im Jahr 2014 Klage gegen den Technologie-Riesen wegen Datenschutzverstößen eingebracht. Das Verfahren wurde gestern geschlossen. Was das heißt, berichtet Julia Gindl.

Moderation: Wolfgang Ritschl
Redaktion: Franz Zeller

Service

Presseaussendung BMEIA vom 4. Jänner
Watering Hole Campaign Turla
Turla, LightNeuron-Angriff
ESET
Cyberangriff UNO

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