Verschiedene Gummibären auf einem Haufen

DPA/JENS BÜTTNER

Novellen im Minutentakt

"Gummibärchenkampagne". Von Helwig Brunner. Es liest Martin Brachvogel.

In kleinsten Erzähldestillaten, sogenannten Minutennovellen, transportiert der Grazer Autor Helwig Brunner die vom Ungarn István Örkény im Gulaschkommunismus erfundene Erzählform in unsere Zeit. Brunners Stoffe speisen sich aus Alltagsszenerien, von zwischenmenschlichen Beziehungen bis zu gesellschaftlichen Gegebenheiten, die er durch die verknappte Form zuspitzt und so ins Surreale, Groteske und Absurde laufen lässt:
"Als er endlich die richtige Hausnummer fand, bemerkte er, dass er längst in der falschen Straße war".

Die Texte sind in die Kategorien "Eigenbrötler", "Paare", "Lesende", "Schreibende" und "Herden" gegliedert und erzielen durch ihren sachlichen Ton eine umso humorvollere Wirkung.

Helwig Brunner, 1967 in Istanbul geboren, lebt als freier Autor, Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "Lichtungen" und Herausgeber der Reihe "keiper Lyrik" in Graz. Er hat bislang zwölf Gedichtbände und zuletzt den Prosaband "Journal der Bilder und Einbildungen" veröffentlicht. Brunner hat Musik und Biologe studiert und arbeitet in einem ökologischen Planungsbüro.

Gestaltung: Ilse Amenitsch

Service

Helwig Brunner, "Gummibärchenkampagne", Droschl Verlag, 2020

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