Ein Rhesus-Affe mit einem Implantat

APA/DPA/MARIJAN MURAT

Mini-Organe und Heuschreckenembryonen

Alternativen zum konventionellen Tierversuch in der Medizin
Von Daphne Hruby

Affen wird eine nervenabtötende Substanz in den Muskel gespritzt, Gänsen ragt eine Antenne aus der Bauchhöhle, Ratten transplantiert man die Leber genmanipulierter Mäuse. Anschließend werden diese Versuchstiere beobachtet, untersucht und meistens getötet. Laut Österreichischem Tierschutzverein sterben jedes Jahr mehr als 115 Millionen Tiere für den wissenschaftlichen Fortschritt. 2018 sollen allein in Österreich 237.727 Tierversuche stattgefunden haben.

Einige Experten argumentieren, dass sei der Preis für lebensnotwendige Medikamente, Impfstoffe und Transplantationen. Doch genau dieser Fortschritt ermöglicht seinerseits Alternativen, kontern die Gegner von Tierexperimenten. Das reicht von der Kultivierung menschlichen Gewebes, über gezüchtete Mini-Organe bis zu digitalen Zwillingen mittels künstlicher Intelligenz. Eine deutsche Forschergruppe setzt auf Heuschreckeneier anstelle von Säugetierversuchen. An den Insektenembryonen konnte kürzlich die Wirkung chemischer Substanzen erfolgreich getestet werden.

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