Ulrike Guérot

APA/HERBERT PFARRHOFER

Die brüchigen Nahtstellen Europas

Grenzkontrollen im Schengenraum.
Gast: Dr. Ulrike Guérot, Politikwissenschaftlerin, Publizistin, Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung, Donau-Universität Krems.
Moderation: Xaver Forthuber.
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Am 14. Juni 1985 wurde im Luxemburger Ort Schengen der erste der Verträge unterzeichnet, die in Folge als Schengener Abkommen bekannt geworden sind. 1995 schloss sich Österreich an, im selben Jahr trat auch das Durchführungsübereinkommen in Kraft und in weiterer Folge wurden die zunächst rein zwischenstaatlichen Verträge in den institutionellen
Rahmen der EU integriert.

"Schengen" war endgültig zum Synonym für ein Ziel der Union geworden: Die Binnengrenzen sollen an jeder Stelle ohne Personenkontrollen überschritten werden können. "In dem Bestreben", wie es im Ursprungsdokument heißt, "die Solidarität zwischen den Völkern zu bekräftigen".

Wie krisensicher ist diese Solidarität? Dort, wo die Grenzgebäude schon seit langem leer stehen sollten - viele wurden mit der Zeit auch abgerissen - wird wieder kontrolliert. Die Schranken gehen zu, die Staaten schotten sich ab und agieren für sich allein und in eigenem Interesse. Die Pandemie von 2020 ist nicht der erste Anlass dafür.

Die Politikwissenschafterin und Publizistin Ulrike Guérot würde schon seit langem gern ein Europa der Regionen sehen, in dem Nationalstaaten keine Rolle mehr spielen. Wird das Zusammenwachsen der Union - auf wirtschaftlicher, aber auch gesellschaftlicher Ebene - durch das Festhalten an den Grenzen in einem wesentlichen Punkt behindert? Wie ernst war es uns Europäerinnen und Europäern jemals mit dem freien Überqueren der Grenzen? Und wie steht es mit all den Voraussetzungen, an die die Errichtung des Schengenraumes geknüpft war - der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich, der gemeinsamen Verantwortung für die Außengrenzen, der gemeinsamen Visa- und Asylpolitik?

Ulrike Guérot ist Gast von Xaver Forthuber und die Hörerinnen und Hörer sind wie immer herzlich eingalden, sich an der Diskussion zu beteiligen:
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Sendereihe

Playlist

Urheber/Urheberin: Igor Strawinsky
Titel: Tango
Ausführender/Ausführende: Oxana Shevchenko
Länge: 02:37 min
Label: Delphian

Urheber/Urheberin: Igor Strawinsky
Titel: Scherzo in G Minor
Ausführender/Ausführende: Oxana Shevchenko
Länge: 02:12 min
Label: Delphian

Urheber/Urheberin: Igor Strawinsky
Titel: Serenade in A Major_ II. Romanza
Ausführender/Ausführende: Oxana Shevchenko
Länge: 02:05 min
Label: Delphian

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