Pottwal

AFP/VALERY HACHE

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"Nur noch ein nichts im Wind" - Die letzte Fahrt des Walfängers Essex
Eine radiophone Dokumentation von Robert Weichinger

In Höhe des Äquators, in den Weiten des Pazifiks nimmt das Unglück seinen Lauf. Ein Walfänger namens "Essex" wird selbst zum Gejagten: Ein riesiger Pottwalbulle greift das Schiff an, rammt es so schwer, dass es sinkt. "Der angreifende Wal bot ein Bild äußerster Wut und Rachegelüste", wird Obermaat Owen Chase später darüber berichten. Die "Essex" ist ein 328-Tonnen-Walfänger, solide gebaut, ein robustes Schiff, doch der Zusammenstoß mit dem Pottwalbullen ist zuviel für sie. Das Schiff sinkt, der Wal schwimmt davon. Für die Mannschaft beginnt ein unglaubliches Martyrium.

Wir schreiben das Jahr 1820, und in den Köpfen der Walfänger aus Neuengland spuken Schauergeschichten von Menschenfressern, die auf entlegenen Pazifikinseln hausen sollen. Deshalb versucht die Mannschaft in ihren Walfängerbooten, die weit entfernte Küste zu erreichen. Nur wenige überleben den Horrortrip. Und auch das nur, weil sie halb wahnsinnig vor Hunger, ihre Toten zu essen beginnen, oder gar das Los entscheiden lassen, wer sich für die anderen zu opfern hat.

Das Versenken des Walfängers Essex durch einen Pottwal war eines der bekanntesten Schiffsunglücke des neunzehnten Jahrhunderts. Die Geschichte hatte sich wirklich zugetragen. Sie inspirierte Hermann Melville zu seinem großen Roman "Moby Dick".

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