Der Quantencomputer

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Quibits im Kopf

Die kühnen Konzepte der Quantenbiologie
Von Frank Grotelüschen

Die Quantenphysik beschreibt das Verhalten von Molekülen, Atomen und noch kleineren Materieteilchen. Ihre Gesetze haben keine Entsprechung in der klassischen Physik. Ein Quantenteilchen kann Welle sein und zugleich Teilchen, sein Verhalten ist rein zufällig und es kann sich an zwei Orten gleichzeitig aufhalten. Ein verwirrendes Regelwerk: unanschaulich, kontraintuitiv, aber experimentell bestens bestätigt. - Könnte es sein, dass Quantenphänomene auch die elementaren Prozesse des Lebens bestimmen?

Wenn sich das in Experimenten bestätigen sollte, wäre dies eine wissenschaftliche Revolution. Denn in der Regel sind Quantenphänomene extrem fragil und können sich nur dort entfalten, wo Quantenteilchen von der Außenwelt isoliert sind, etwa im Vakuum. Trotzdem vermuten einige Wissenschaftler Quanteneffekte hinter der Fotosynthese im Blattgrün, beim Orientierungssinn von Zugvögeln oder im menschlichen Gehirn, das womöglich wie ein Quantencomputer funktioniert. Wenn sie Recht behalten, wäre die Biologie in Wahrheit eine Quantenbiologie.

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