Goldnuggets

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Der mehrfache Preis des Goldes

Gold: vom "Ressourcenfluch" zum finanziellen Heilsversprechen
Gäste: Bernhard Tröster, Researcher, Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) und Eugen Weinberg, Leiter Commodity Research, Commerzbank
Moderation: Xaver Forthuber
Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79, E-Mail an punkteins(at)orf.at.

Vergangene Woche erreichte der Preis für die Feinunze Gold einen historischen Höchststand von 2075 US-Dollar. AnalystInnen warnten aber umgehend vor einer "Korrektur". Gestern früh wurde dann ein Tief bei 1863 Dollar gemeldet, von einem "überkauften Markt" war die Rede.

Gold gilt als inflations- und ausfallsichere Wertanlage und wird daher besonders in Krisenzeiten geschätzt. Der beispiellose Rekord kommt in Zeiten einer beispiellosen weltweiten Krise. Aber wird das Edelmetall seinem Ruf als sicherer Hafen auch gerecht?

"Sicher" und "gerecht": Das sind nicht unbedingt die Attribute, auf die man stößt, wenn man sich die Herkunft des Goldes genauer ansieht. Gold wird heute vorwiegend in Ländern des globalen Südens abgebaut. Vielfach werden dafür schwerwiegende Umweltschäden in Kauf genommen.

Auch das soziale und politische Gefüge von rohstoffreichen Ländern kann durch die Gier nach Gold ausgehebelt werden - manche ÖkonomInnen sprechen vom "Ressourcenfluch" (resource curse). Anschließend nimmt das Gold einen komplizierten Weg auf dem Weltmarkt - zwischen Handel, Verwendung in der Schmuck- und Technikindustrie, Recycling und eben Einlagerung als Sparguthaben.

Der promovierte Volkswirtschafter und ehemalige Analyst Bernhard Tröster untersucht bei der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung die globalen Zusammenhänge, Wertschöpfungsketten und Produktionsnetzwerke. Mit Xaver Forthuber und unseren HörerInnen spricht er über die Bedingungen und Auswirkungen unserer Faszination mit dem glänzenden Metall. Über die aktuellsten Entwicklungen und das Verhalten der AnlegerInnen informiert uns ein Anruf bei den Rohstoff-Analysten der Commerzbank in der Finanzmetropole Frankfurt am Main.

Reden Sie mit: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at.

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