Tresore

SCHELL COLLECTION

Schatztruhen, Geheimschlösser und Eisenschmuck

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1

Schell Collection

Ein ganzes Museum nur für Schlüssel und Eisen? Was zunächst wenig aufregend anmuten mag, offenbart faszinierende Einblicke in die Kulturgeschichte. Die Schell Collection ist ein reines Privatmuseum, erklärt Martina Pall, die wissenschaftliche Leiterin des Museums. Ein Hobby von Hanns Schell, Eisenwarenhändler, Extrembergsteiger und: Schlüsselsammler. Das Museum liegt etwas außerhalb von der Grazer Innenstadt im Lendviertel. Die Schell Collection besteht aus drei Stockwerken mit 2500 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Jedes der Stockwerke ist einem anderen Schwerpunkt gewidmet. Aber immer unter der Prämisse "Eisen" oder "versperrbar".

Martina Pall führt vorbei an unzähligen Schlössern, in Vitrinen ausgestellt. An Kassetten und Kästchen, an Kabinetten mit klitzekleinen Geheimfächern, an versperrbaren Kisten, Truhen und Tresoren, an Vorhangschlössern, feuervergoldeten Kammerherrenschlüsseln, an Kammbartschlüsseln aus dem 16. und 17. Jahrhundert in Frankreich und schließlich hinein in einen separaten schwarzen Raum. Die Schatzkammer des Hauses, erklärt Martina Pall. Sie öffnet eine Vitrine und nimmt einen kleinen, ja eigentlich unscheinbaren Schlüssel in die Hand. Auf einem im Eisenschnitt gefertigten Miniaturpferd mit Mähne und Schweif sitzt ein Mann - eine exakte Abbildung des Reiterstandbilds des Feldherrn Bartolomeo Colleoni Colleoni in Venedig.

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Gestaltung: Margit Atzler

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Schell Collection
Wiener Straße 10, 8020 Graz

Objekt: Stahlschnittschlüssel mit dem Reiterstandbild des Bartholomeu Colleoni aus Venedig

Service

Schell Collection

Anhand von jeweils einem besonderen Objekt aus der Sammlung werden in der Radioserie Das Objekt der Begierde ausgewählte Museen auf Ö1 vorgestellt. Die insgesamt fünfzig Beiträge ergeben bis Ende September 2020 ein sommerliches Puzzle der Kultur-, Natur- und Kunstgeschichten Österreichs.

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