Tenorale Gipfelbesteigung

mit Chris Tina Tengel.
Otello - Tristan (mit Jonas Kaufmann als Otello)

Im Nachhinein sieht es aus, als hätte er bewusst Stein auf Stein gesetzt, Schritt nach Schritt, und selbst der "lockdown" zuletzt galt dem intensiven Studium der kommenden neuen Partie: Jonas Kaufmann geht auf seinen ersten kompletten "szenischen" Tristan in Richard Wagners "Tristan und Isolde" zu, 2021 in München, so die Umstände es erlauben.

Kaufmanns Universalität weit über das für einen Sänger deutscher Muttersprache sonst meist vorherbestimmte "deutsche Fach" hinaus belegt seine unlängst veröffentlichte Studioeinspielung des anderen Tenor-Gipfelwerks, "Otello" von Giuseppe Verdi. Dieser "Otello" wird dirigiert von Antonio Pappano, dem sich vor Jahren auch Plácido Domingo anvertraute, um Tristan zumindest akustisch zu dokumentieren - einem Bühnen-Tristan hat Domingo sich trotz vieler Anläufe im Endeffekt versagt. Sänger der Vergangenheit, ebenfalls mit "baritonalem" Stimmklang, die sich zum Vergleich mit Jonas Kaufmann anbieten und die gleichfalls Tristan wie Otello im Repertoire hatten, wären Jon Vickers oder Ramon Vinay, die allerdings anders als Kaufmann auf keine Mozart-Vergangenheit verweisen konnten.

Übrigens gibt es Stimmen "vom Fach", die einwenden: das Allerschwerste für heldische Operntenöre wäre ohnehin nicht Otello und Tristan, sondern des Grieux (in Puccinis "Manon Lescaut") und Tannhäuser ...

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