Die Idee einer Gefangenen-Gewerkschaft

Unfreie Arbeit. Die soziale Frage hinter Gittern

Strafgefangene in Österreich unterliegen einer Arbeitspflicht. Die Häftlinge führen anstaltsinterne Reparatur- und Reinigungsarbeiten durch und fertigen verschiedenste Handwerks-Produkte, aktuell etwa Mund-Nasen-Schutzmasken. Österreichs Justizanstalten übernehmen zudem Arbeiten für Privatpersonen und Betriebe der freien Wirtschaft.
Der Stundenlohn für die Gefangenen beträgt meist unter zwei Euro. Die Insassen und Insassinnen sind weder kranken- noch pensionsversichert. Mit der Gefängnisarbeit können Häftlinge so kaum finanzielle Rücklagen aufbauen für den ohnehin schwierigen Wiedereinstieg in die Gesellschaft. Für die auftraggebenden Unternehmen hingegen entfallen die Lohnnebenkosten.
2015 riefen drei in Österreich Inhaftierte eine Gefangenengewerkschaft nach deutschem Vorbild aus. Eine offizielle Vereinsgründung wurde jedoch untersagt. Durch eine Solidaritätsgruppe bekommt die Idee einer Gefangenengewerkschaft Unterstützung "von außen". Gefordert werden etwa angemessene Arbeitslöhne, eine Kranken- und Pensionsversicherung sowie die Wahrung von Grundrechten auch im Gefängnis.

Gestaltung: Georg Pöchhacker


Meisterstück: Ein Stier aus Glas von Glasmacher und -bläser Robert Comploj.

Gestaltung: Tanja Rogaunig

Service

Gefangenen-Gewerkschaft/Bundesweite Organisation R.A.U.S. Österreich

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