Recep Tayyip Erdogan

APA/APF/ADEM ALTAN

Türkei, Serbien, Griechenland, Spanien

Türkei: Auf der Suche nach einem neuen Platz in der Welt +++ Serbien: Wie hat sich das Land in den 20 Jahre nach dem Sturz von Milosevic verändert? +++ Griechenland: Die "Goldene Morgenröte" steht vor Gericht +++ Spanien: Auf der Suche nach den Opfern des Caudillo
Moderation: Markus Müller-Schinwald

Türkei, Serbien, Griechenland, Spanien

Türkei: Auf der Suche nach einem neuen Platz in der Welt
Bei den Kämpfen um die Region Berg-Karabach spielt die Türkei eine wesentliche Rolle. Ohne ihre militärische und politische Unterstützung hätte Aserbaidschan die Offensive nicht starten können. Viele Beobachter sprechen bereits von einer neo-osmanischen Außenpolitik, von Libyen über Syrien und den Irak bis auf den Balkan versucht die Türkei, ihre Rolle als Regionalmacht zu stärken. Ein Grund dafür ist, dass die EU dem Land eine Beitrittsperspektive verwehrt. Auch ohne die aggressive innen- und außenpolitische Haltung der Regierung von Recep Tayyip Erdogan wäre ein Beitritt allerdings praktisch ausgeschlossen, und damit war klar, dass die Türkei sich international neu positionieren muss, erklärt der Politikwissenschaftler Cengiz Günay vom Österreichischen Institut für Internationale Politik OIIP.

Serbien: Wie hat sich das Land in den 20 Jahre nach dem Sturz von Milosevic verändert?
Vor zwanzig Jahren, am 5. Oktober 2000, schien die Zeit der Diktatur und autokratischen Herrschaft in Serbien ,vorbei zu sein. Eine unblutige Revolution stürzte den damaligen Präsidenten, Slobodan Milosevic. Doch während Milosevic an das Kriegsverbrecher-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien ausgeliefert wurde, zerbrach in Belgrad die Anti-Milosevic-Koalition. Ihr Ende brachte die Ermordung ihres politischen Kopfes, Zoran Djindjic, im März 2003. In den folgenden Jahren kehrten ehemalige Parteigänger von Slobodan Milosevic schrittweise wieder an die Macht zurück. Seit sieben Jahren ist nun Alexander Vucic die dominierende politische Figur in Serbien. Er hat seine Karriere als Mitglied der ultranationalistischen "Radikalen Partei" begonnen. Christian Wehrschütz hat sich in Serbien umgehört, wie sich das Land seit dem Fall des Autokraten Milosevic verändert hat.

Griechenland: Die "Goldene Morgenröte" steht vor Gericht
Am Mittwoch fiel das lange erwartete Urteil gegen die Führungskader der "Goldene Morgenröte", einer offen neonazistischen Partei, die für mehrere Morde und andere Straftaten verantwortlich gemacht wird. Politisch hat die Partei inzwischen an Bedeutung verloren, aber gerade in Athen hat sie noch immer viele Anhänger. Im Zuge der Flüchtlingskrise nach 2015 hat sie sich in weiten Teilen des Landes als soziale Bewegung etablieren können, die sich ganz konkret um die einheimische Bevölkerung kümmert. Die faschistische Grundeinstellung der Partei ist für viele Griechinnen und Griechen das geringere Übel. Alkyone Karamanolis hat den Prozess beobachtet und berichtet, wie es mit der Bewegung nach dem Urteil weitergehen kann.

Spanien: Auf der Suche nach den Opfern des Caudillo
In Spanien sollen die Opfer der faschistische Diktatur endlich entschädigt werden. Das sieht ein neues Gesetz vor, das demnächst beschlossen werden soll. Auch mehr als vierzig Jahre nach dem Tod des "Caudillo" Francisco Franco ist die Vergangenheit noch immer präsent und politisch heftig umstritten. Immer noch liegen die sterblichen Überreste von etwa 100.000 Menschen, die damals getötet wurden, in namenlosen Massengräbern. Ein privater Verein hat sich auf die Suche gemacht, um den Angehörigen Gewissheit und einen Ort zum Trauern zu geben. Eine wichtige Voraussetzung, um mit der Vergangenheit endlich abschließen zu können, berichtet Josef Manola.

Moderation: Markus Müller-Schinwald

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