Artemisia Gentileschi: Ausstellungsansicht

APA/AFP/JUSTIN TALLIS

Me Too im Barock

Die mutige Malerin Artemisia Gentileschi
Von Christina Höfferer

Artemisia Gentileschis Leben spielte sich zwischen Rom, Florenz, Venedig, Neapel und London ab. Die 1593 geborene Künstlerin war eine mehrfache Ausnahmeerscheinung im damaligen Europa. Den Maler Agostino Tassi brachte sie wegen Vergewaltigung vor Gericht. Die Prozessakten befinden sich heute im Archivio di Stato in Rom. Dort ist nachzulesen, wie Gentileschi den sexuellen Übergriff beschreibt und anschließend gefoltert wird, um die Wahrhaftigkeit ihrer Aussage zu überprüfen: Tassi wird verurteilt, nach dem Prozess muss Gentileschi allerdings nach Florenz umziehen.

Dort bringt sie sich selbst Lesen und Schreiben bei und wird eine erfolgreiche Malerin. Artemisia malt Themen, die traditionell männlichen Künstlern und dem männlichen Blick vorbehalten sind. Berühmt wird sie für ihre starken Frauengestalten, die gleichzeitig Verletzlichkeit ausstrahlen, darunter Kleopatra und Lukrezia. Die National Gallery in London widmet der emanzipierten Malerin nun eine Einzelausstellung.

Service

Service:

Julia Lajta-Novak, Elise Richter Fellow an der Universität Wien

Michele Di Sivo, Vizedirektor Staatsarchiv Rom

Eike Schmidt, Direktor der Uffizien, Florenz

Letizia Treves, Kuratorin der Artemisia Gentileschi Ausstellung, National Gallery London

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