Zwei recht mitgenommene Stoffmäuse

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Wie oft darf ich mein Kind sehen?

Kontakt zu Mama und Papa nach der Trennung.
Gäste: Dr. Christine Miklau, Familienrichterin am Bezirksgericht Meidling in Wien & Elisabeth Partl, Leiterin des Besuchscafé Aneli in Wien.
Moderation: Natasa Konopitzky.
Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79
E-Mails an punkteins(at)orf.at

Wenn sich ein Paar trennt und es Kinder gibt, muss viel geregelt werden: Wie oft sieht der Elternteil, der nicht mit den Kindern im gleichen Haushalt lebt, seinen Nachwuchs? Wie lange dauert der Kontakt? Wo findet die Übergabe statt? Was, wenn es eine kurzfristige Absage gibt? Wer nimmt die Kinder wann in den Ferien?

Einigen sich die Eltern nicht einvernehmlich, muss das Gericht über die Kontakte entscheiden. Jeder Elternteil und das Kind haben gesetzlich das Recht, einander zu treffen. Das ist im Kontaktrecht, früher Besuchsrecht, gesetzlich geregelt. Das Wichtigste dabei ist das Kindeswohl, sagt Christine Miklau. Sie ist Familienrichterin am Bezirksgericht Meidling in Wien. Oft gelinge es durch eine gerichtliche Regelung die Konfliktdynamik zwischen den Eltern zu beruhigen.

In schwierigen Situationen, wenn etwa die Streitigkeiten nicht nachlassen, wenn Vater oder Mutter psychisch krank ist oder die Kinder von einem Elternteil stark entfremdet sind, kann das Gericht eine sogenannte Besuchsbegleitung anordnen. Die Treffen finden dann unter professioneller Aufsicht auf neutralem Boden in Besuchscafés statt. Besuchscafés sind gemeinnützige Vereine, in denen Eltern und Kinder unter Aufsicht in wohnzimmerähnlicher Atmosphäre zusammenkommen können.

Vergangene Woche schlugen die Besuchscafés österreichweit Alarm: Der Bedarf an Besuchsbegleitung ist durch die Corona-Krise stark gestiegen und die Fördergelder, die einkommensschwache Eltern unterstützen, sind ausgeschöpft. Elisabeth Partl, die Leiterin des Besuchscafé Aneli in Wien, musste Anfang Oktober etwa 60 Vätern und Müttern mitteilen, dass sie ihre Kinder für einige Monate nicht sehen werden können. Mittlerweile besteht aber wieder Hoffnung auf weitere Finanzierung, sagt Elisabeth Partl.

Natasa Konopitzky spricht mit der Pädagogin Elisabeth Partl und der Richterin Christine Miklau über die schwierigen Situationen, wenn sich Eltern nach der Trennung nicht einigen können und wie durch professionelle Unterstützung die Beziehung von Kindern zu beiden Elternteilen aufrechterhalten werden kann.

Diskutieren Sie mit: telefonisch unter 0800 22 69 79 - kostenlos aus ganz Österreich - oder schriftlich per E-Mail an punkteins(at)orf.at

Service

Kontakt:

Besuchscafé Aneli Wien

Sendereihe

Gestaltung

Übersicht