Slowenischer Ministerpräsident Janez Janša

Janez Janša - AFP/JOHANNA GERON

Europa-Journal

Slowenien, Armenien, Bulgarien

Slowenien: Nach 30 Jahren Unabhängigkeit übernimmt das Land den EU-Ratsvorsitz +++ Armenien: Die Folgen des verlorenen Krieges +++ Bulgarien: Wie wirken sich Corona-Pandemie und Abwanderung auf die Parlamentswahlen aus?
Moderation: Markus Müller-Schinwald


Slowenien: Nach 30 Jahren Unabhängigkeit übernimmt das Land den EU-Ratsvorsitz

Am 25. Juni 1991 erklärte Slowenien einseitig seine Unabhängigkeit vom damaligen Jugoslawien. Was folgte, war der Zerfall des Vielvölkerstaates mit mehr als 200.000 Toten und 2 Millionen Flüchtlingen. In Slowenien dauerte der Krieg nur zehn Tage, es folgte der Beitritt zu EU und NATO. Doch heute weiß die slowenische Gesellschaft nicht genau, in welche Richtung sie sich entwickeln soll. Das nützt der rechtskonservative Premierminister Janez Janša, der sich ein Vorbild am Ungarn des Viktor Orban genommen hat. Vor dem EU-Ratsvorsitz sorgt das in vielen anderen Mitgliedsländern für Unruhe. Im Europajournal erklärt Peter Frankl, der Chefredakteur der slowenischen Zeitung "Finance", wie die Bevölkerung diese Entwicklung einschätzt. Und der ORF-Balkankorrespondent Christian Wehrschütz bringt einen Rückblick auf die dramatischen Ereignisse im Juni 1991.

Armenien: Die Folgen des verlorenen Krieges

Der Krieg um die Region Berg-Karabach im vergangenen Herbst hat die Machtverhältnisse im Südkaukasus auf den Kopf gestellt. Armenien hat eine deutliche Niederlage erlitten und kann weiteren Angriffen und Provokationen von Aserbaidschanisch kaum etwas entgegensetzen. Bei den vorgezogenen Neuwahlen am letzten Sonntag hat trotzdem die bisherige Regierungspartei von Premier Nikol Pashinjan deutlich gewonnen. In der Gesellschaft hat der verlorene Krieg tiefe Spuren hinterlassen. Wie die Bevölkerung mit Trauma und Verlust umgeht, berichtet Paul Krisai.

Bulgarien: Wie wirken sich Corona-Pandemie und Abwanderung auf die Parlamentswahlen aus?

Zuwanderung statt Abwanderung, das war in vielen Balkanländern die unerwartete Folge der Corona-Pandemie. Besonders spürbar ist das in Bulgarien, das bisher am stärksten von Auswanderung und demographischem Niedergang betroffen war. Im vergangenen Jahr sind mehr als 300.000 Bulgarinnen und Bulgaren in die Heimat zurückgekehrt. Viele, weil sie ihre Jobs im Ausland verloren haben. Andere, weil sie die Lockdowns lieber bei ihren Familien verbringen wollten. Ein großer Teil von ihnen gibt an, künftig in Bulgarien bleiben zu wollen. Deshalb engagieren sie sich politisch. Bei der letzten Wahl im April landete so eine Protestbewegung auf dem zweiten Platz. Weil sich die Parteien nicht auf eine neue Regierung einigen konnten, finden im Juli vorgezogene Neuwahlen statt. Und wieder könnten die Rückkehrer eine wichtige Rolle spielen, berichtet Diljana Lambreva.

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