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Journal-Panorama

Du sollst nicht abschreiben!

Astrid Plank spricht mit Stefan Weber über seinen Beruf und die Frage, warum es wichtig ist, akademische Grade redlich zu erwerben.

Es war ein spektakulärer Fund: Der Salzburger Kommunikationswissenschafter Stefan Weber, seit einigen Jahren bekannt als "Plagiatsjäger", hat zu Beginn des Jahres gravierende Mängel in den akademischen Arbeiten einer ÖVP-Ministerin aufgedeckt; ihr Rücktritt war die Folge. Nun hat er sich die deutsche Spitzenkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, vorgenommen - in einem von ihr offenbar nur in Teilen selbst verfassten Sachbuch hat er dutzende abgeschriebene Stellen gefunden. Weber hat sich dem Kampf gegen das "Copy/Paste-Syndrom", also das schnelle Umkopieren aus dem Internet, verschrieben - macht sich damit allerdings nicht nur Freunde. Er lasse sich politisch vor einen Karren spannen, fördere Vernaderung und blase lässliche Sünden auf, wird ihm vorgeworfen. Doch Weber findet: Abschreiben geht gar nicht. Das predigt er auch in seinen Lehrveranstaltungen an der Uni Wien. Mittlerweile beschäftigt er ein ganzes Team, das ihm bei der Recherche hilft.

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