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APA/BARBARA GINDL

Radiodoktor - das Ö1 Gesundheitsmagazin

Parkinsontherapien +++ Behandlung von Nasenpolypen

1. Morbus Parkinson - Moderne Therapiestrategien

Beim Morbus Parkinson gehen langsam die Dopamin-produzierenden Zellen in der Substantia Nigra des Gehirns zu Grunde. Wenn über 60 Prozent dieser Zellen abgestorben sind, kommt es zu den ersten Symptomen. Typisch ist die Trias aus Muskelstarre (Rigor), verlangsamten Bewegungen (Bradykinese) und Muskelzittern in Ruhe (Tremor). Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer möglicher Beschwerden wie Schlaf- und Riechstörungen, vermehrte Talgproduktion, Depressionen sowie Sprach- und Schluckstörungen.

In Österreich sind zwischen 20.000 bis 30.000 Menschen davon betroffen. Obwohl der Morbus Parkinson häufig und meist auch gut behandelbar ist, sind viele Details noch nicht geklärt. Weltweit wird daher intensiv an der Verbesserung des Verständnisses der Erkrankung und an neuen Behandlungsmöglichkeiten geforscht. Und da gibt es viel frischen Wind. Verbesserte Medikamente, implantierbare Pumpensysteme, das Mikrobiom des Darms und die Rolle des Eiweißes Synuclein sind nur einige der Richtungen, in die gearbeitet wird.

Einer der Experten für Morbus Parkinson in Österreich ist Univ.-Prof. Dr. Walter Pirker. Er leitet die neurologische Abteilung der Klinik Ottakring und ist Vizepräsident der Österreichischen Parkinson Gesellschaft. Univ.-Doz. Mag. Igor Lintz-Maués ist ein österreichischer Komponist brasilianischer Herkunft und leidet seit 16 Jahren an Morbus Parkinson. Lydia Sprinzl hat mit den beiden gesprochen.

2. Polyposis nasi et sinuum - Neue Behandlungsmöglichkeit von wiederkehrenden Nasenpolypen

Etwa vier Prozent der Bevölkerung haben derart viele oder große Nasenpolypen, dass eine Behandlung angezeigt ist. Dabei handelt es sich um zwar gutartige Schleimhautwucherungen, die aber eine Reihe sehr unangenehmer Symptome im Gefolge haben: unter anderem erschwerte Nasenatmung, Kopfschmerzen, beeinträchtigter Geruchssinn, Schnarchen und eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung.

Neben der Therapie mit Kortisonsprays bzw. Kortisontabletten sowie einer operativen Entfernung gibt es seit kurzem eine neue, sehr erfolgreiche Behandlungsmöglichkeit: den monoklonalen Antikörper Dupilumab. Er ist derzeit für Personen zugelassen, bei denen trotz Operation die Polypen wiedergekehrt sind. Besondere Erfolge hat man bisher bei jener Personengruppe erzielt, die aufgrund einer Unverträglichkeit gegen Schmerzmittel Polypen entwickelt. Ein Beitrag von Nora Kirchschlager.

Redaktion: Christoph Leprich und Nora Kirchschlager

Service

1. Morbus Parkinson:

Interviewpartner:

Univ.-Prof. Dr. Walter Pirker
Facharzt für Neurologie, Leitung Neurologische Abteilung Klinik Ottakring
Vizepräsident der Österreichischen Parkinson Gesellschaft
Montleartstraße 37
1160 Wien
Tel.: +43 1 49150 2001
E-Mail
Homepage

Mag. Igor Lintz-Maués
Komponist und Klangkünstler, von Morbus Parkinson betroffen

Weitere Anlaufstellen und Infolinks:

Österreichische Parkinson Gesellschaft
Parkinson Selbsthilfe Österreich
Ärztezeitung: Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson
Immunisierung gegen Parkinson möglich?

2. Nasenpolypen:

Interviewpartner:

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Gstöttner
Medizinische Universität Wien
Leiter der Uniklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
01/40 400/33760
E-Mail
Homepage

Info-Links:

Dupilumab und die Kampfansage an die Nasenpolypen
ASS-Intoleranz Syndrom
Medikamentöse Behandlung und Operation
Nasenpolypen: Klassische vs. Neue Therapien - Was hilft?

Sendereihe