Blick durch ein Kreuz in eine ungarische Kirche

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Europa-Journal

Ungarn, Russland, Türkei, Nordirland

Ungarn: Der Besuch des Papstes sorgt für Unruhe bei den Verteidigern des "christlichen Abendlandes" +++ Russland: Kritische Berichterstattung unerwünscht +++ Türkei: Die Ostgrenze wird dicht gemacht +++ Nordirland: Ein Fußball-Ländermatch als Politikum
Moderation: Markus Müller-Schinwald

Ungarn: Der Besuch des Papstes sorgt für Unruhe bei den Verteidigern des "christlichen Abendlandes"

Seit der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 stellt sich die ungarische Regierung unter Viktor Orban gerne als Verteidiger eines christlichen Europa dar, das durch die Zuwanderung von muslimischen Flüchtlingen und Migranten bedroht wird. Auf internationaler Ebene versucht sich Ungarn außerdem als Schutzmacht der christlichen Minderheiten im Nahen Osten zu positionieren. Der Besuch von Papst Franziskus in Ungarn am Wochenende ist für die Führung in Budapest daher ein Problem. Das Oberhaupt der katholischen Kirche versteht unter dem "christlichen Abendland" nämlich etwas deutlich anderes als die ungarische Regierung. Worum es bei dem Besuch des Papstes gehen wird und welchen Einfluss er auf die Parlamentswahl nächstes Jahr haben kann, erklärt die Theologin Rita Perintfalvi von der Universität Graz.

Russland: Kritische Berichterstattung unerwünscht

Kommende Woche wird in Russland ein neues Parlament gewählt. Von freien, fairen Wahlen für die Duma kann aber nicht die Rede sein: Etliche oppositionelle Kandidatinnen und Kandidaten wurden im Vorhinein unter fadenscheinigen Vorwürfen an der Kandidatur gehindert. Ausgeschlossen von den Wahlen sind auch die Anhänger des inhaftierten Kremlkritikers Alexey Nawalny. Seine Oppositionsbewegung ist von den Behörden offiziell als "extremistisch" eingestuft worden. Vor dem Hintergrund der Wahlen geht der Staat auch zunehmend repressiv gegen die letzten unabhängigen Medien des Landes vor, berichtet Paul Krisai.

Türkei: Die Ostgrenze wird dicht gemacht

Mindestens 500.000 Menschen werden in diesem Jahr in Afghanistan aus ihren Häusern vertrieben, sagt die UNO-Flüchtlingskommission. Wie viele davon versuchen werden, das Land zu verlassen, ist unklar. Die afghanischen Grenzen sind praktisch geschlossen. Bei den Nachbarländern und entlang der Transitrouten Richtung Westen nimmt die Nervosität aber deutlich zu. Der wichtigste Transitweg aus Afghanistan führt über den Iran in die Türkei. Dort sitzen tausende Afghanen in Abschiebelagern, an der Grenze zum Iran wird eine mehrere Meter hohe Betonmauer hochgezogen. Obwohl es derzeit noch kaum Anzeichen für eine Fluchtwelle gibt, warnt der türkische Präsident Erdogan bereits davor. Angesichts von Millionen Syrern im Land setzt die türkische Opposition auf einen populistischen Anti-Flüchtlingskurs und wirft Erdogan politisches Versagen vor. Unser Korrespondent Jörg Winter hat sich im Osten der Türkei in der Provinz Van an der iranischen Grenze umgesehen.

Nordirland: Ein Fußball-Ländermatch als Politikum

Am Mittwoch spielt die nordirische Fußball-Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen die Schweiz. Dabei tritt auch ein alter Konflikt in der Provinz selbst wieder zu Tage: Das Nationalteam wird vor allem von pro-britischen Unionisten unterstützt, die nordirischen Katholiken fiebern hingegen mit dem Team der Republik Irland mit. Fans und Vereine sind gespalten, aber zugleich wichtige Akteure in der politischen Auseinandersetzung zwischen den beiden Lagern. Doch auch im Fußball gibt es Versöhnungs-Projekte. Ronny Blaschke hat sich angeschaut, welche Rolle die Politik im nordirischen Fußball spielt.


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