Kreuzrippengewölbe der Wiener Minoritenkirche

APA/ROLAND SCHLAGER

Praxis - Religion und Gesellschaft

Piusbrüder übernehmen Minoritenkirche

Wiener Minoritenkirche gehört jetzt Piusbruderschaft +++ Verein "Likrat" ausgezeichnet: Jüdische Jugendliche engagieren sich gegen Antisemitismus +++ Aufruf zur Solidarität: Frauen gegen Taliban

1. Wiener Minoritenkirche gehört jetzt Piusbruderschaft

Die bekannte Minoritenkirche in Wien bekommt neue Eigentümer, nämlich die traditionalistische Piusbruderschaft, die 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet wurde und im Konflikt mit der römisch-katholischen Kirche steht. Bisher war die Minoritenkirche im Besitz eines italienischen Vereins, der "Italienischen Kongregation Maria Schnee", und nicht im Besitz der Erzdiözese Wien und schon seit längerem ist auch diese Beziehung nicht ganz friktionsfrei: Die Erzdiözese hat nach Angaben von Michael Prüller, dem Pressesprecher von Kardinal Schönborn, von der Schenkung "aus den Medien erfahren". Vergangenen Sonntag haben die Piusbrüder in der Minoritenkirche bereits ein Hochamt gefeiert - im "tridentinischen Ritus" in lateinischer Sprache und mit dem Rücken zum Volk - und danach eine Prozession durch die Wiener Innenstadt abgehalten. Lorenz Brunner war für das Ö1-Religionsmagazin Praxis dabei.


2. Verein "Likrat" ausgezeichnet: Jüdische Jugendliche engagieren sich gegen Antisemitismus

Die Zahl der gemeldeten antisemitischen Übergriffe in Österreich hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr beinahe verdoppelt. Das zeigt die Bilanz des ersten Halbjahres der in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien eingerichteten Meldestelle. Dem Trend will man mit Maßnahmen auf vielen Ebenen entgegenwirken. Ein Versuch, Vorurteile schon bei Jugendlichen abzubauen ist das Projekt "Likrat". Dabei besuchen jüdische Jugendliche Schulklassen und erzählen von ihrem Alltag, ihrer Religion und was es für sie bedeutet, Jüdin oder Jude zu sein. "Likrat" heißt auf Hebräisch so viel wie "Aufeinander zugehen" und der gleichnamige Verein wurde am 13. September vom Jewish Welcome Service mit dem Leon-Zelman-Preis ausgezeichnet. Zweiter Preisträger ist der "Republikanische Club", der sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einsetzt. Maresi Engelmayer hat mit jugendlichen "Likratinos" gesprochen.


3. Aufruf zur Solidarität: Frauen gegen Taliban

Die Taliban haben die Macht in Afghanistan übernommen, und die Menschen, die noch im Land sind, sehen sich gezwungen, sich irgendwie mit den neuen Machthabern zu arrangieren. Besonders dramatisch ist die Lage für viele Frauen, die in den letzten vergangenen Jahren berufstätig sein konnten, studiert und keinen Niqab getragen haben. Wie geht es ihnen in dieser Zeit? Und wie geht es mit ihnen weiter? Auf Initiative der gebürtigen Iranerin Mina Ahadi wollen Aktivistinnen ein weltumspannendes Netzwerk gegen die neuen Machthaber in Kabul aufbauen. Rebecca Hillauer hat mit Mina Ahadi über ihre Initiative gesprochen und auch Stimmen von afghanischen Aktivistinnen eingefangen.


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