Menora mit brennenden Kerzen, Chanukkah

APA/AFP/SAFIN HAMED

Gedanken für den Tag

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Flackernde Lichter - Gedanken zu Chanukka von Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems

Als Gershom Scholem seine Kindheit in Berlin Revue passieren ließ, kam ihm das Durcheinander von Chanukka und Weihnachten in seiner Familie in den Sinn. Typisch für das Leben assimilierter Juden seiner Zeit.

"Es wurde behauptet, dies sei ein deutsches Volksfest, das wir nicht als Juden, sondern als Deutsche mitfeiern. … Eine Tante produzierte für die Köchin und das Zimmermädchen Stille Nacht, heilige Nacht. Als Kind ging mir das natürlich ein, und 1911, als ich gerade begonnen hatte, Hebräisch zu lernen, nahm ich ein letztes Mal daran teil. Unter dem Weihnachtsbaum stand das Herzl-Bild in schwarzem Rahmen. Meine Mutter sagte: weil du dich doch so für Zionismus interessierst, haben wir dir das Bild ausgesucht. Von da an ging ich Weihnachten aus dem Haus."

Aber auch das Chanukkafest hinterließ zwiespältige Gefühle und so schreibt Gershom Scholem weiter: "Das Fest, das seinen Ursprung dem Sieg der Makkabäer im Aufstand gegen die Hellenisierungsversuche des Königs von Syrien (also gegen ‚Assimilation'!) verdankte, wurde von der Zionistischen Bewegung erst richtig hochgespielt.

Am Weihnachtsabend fand damals, vor allem wohl zugunsten der vielen ledigen jungen Männer und Mädchen, die die Weihnachtsfeiern ihrer Eltern nicht mitmachen wollten, ein sogenannter Makkabäerball statt, eine sonderbare Erfindung, gegen die die Makkabäer wie gegen so manches, was später in ihrem Namen praktiziert wurde, wohl einiges zu sagen gehabt hätten."

Sholems Onkel hingegen feierte nicht Weihnachten, sondern Chanukka. Aber auch dieses Chanukkafest hatte es in sich. "Als ich in den Kriegsjahren einmal Chanukka zu meinem Onkel kam und die Töchter fragte, woher sie denn all die schönen Geschenke bekommen hätten, sagten sie: das hat uns der liebe Chanukkamann gebracht."

Anders als sein Bruder Werner, der als Kommunist im KZ Buchenwald starb, emigrierte Gershom Sholem nach Palästina. Dort schloss er sich dem Brit Shalom an, dem Friedensbund, der eine Wiedergeburt des jüdischen Volkes in Palästina und eine Verständigung mit den Arabern in einem binationalen Staat anstrebte. Daraus wurde erst einmal nichts. Und Sholem blieb auch in Israel ein kritischer Geist.

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Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Vorlage: Based on "Bohemian Rhapsody", originally recorded by Queen. Original Music and lyrics by Freddie Mercury, adapted
Komponist/Komponistin: Freddie Mercury
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Freddie Mercury (orig. Text)
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Elliot Olshansky (bearb. Text)
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Mike Boxer (bearb. Text)
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Mordy Weinstein (bearb. Text)
Bearbeiter/Bearbeiterin: (Arr.:) Mike Boxer
Titel: Bohemian Chanukah (a Queen adaption)
Solist/Solistin: Six13 (Mike Boxer, Eric Dinowitz, Phil Kaplan, Lior Melnick, Craig Resmovits, Nathaniel Ribner, Josh Sauer, Jacob Spadaro, Mordy Weinstein)
Länge: 04:59 min
Label: Produced by Mike Boser for Six13

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