Quatuor Diotima

JEREMIE MAZENQ

Zeit-Ton

Quatuor Diotima spielt Furrer bei Wien modern (1/2)

Wien Modern 2021. Das Streichquartett Nr. 3 von Beat Furrer

Mit einem fünfstündigen Konzert-Marathon hat das renommierte französische Streichquartett Quatuor Diotima bei Wien Modern ein stimmiges Programm mit Werken der Zeitgenossen Beat Furrer und Clara Iannotta in Kombination mit Franz Schubert und Maurice Ravel im Wiener Konzerthaus gegeben. Das Ensemble, 1996 von Absolventen des Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gegründet, zählt zu den weltweit gefragtesten Formationen zeitgenössischer Musik und hat mit vielen Komponistinnen und Komponisten unserer Zeit zusammengearbeitet.

Die Entstehungszeit der mittlerweile vier Streichquartette Beat Furrers erstreckt sich von 1984 bis heute. Allen vier Streichquartetten ist gemeinsam, so Andreas Karl im Wien Modern-Katalog, "dass sie teils radikaler als in anderen Stücken, formale Prinzipien erproben und formulieren, die Furrer über mehrere Jahre hinweg beschäftigten. Gerade wegen der klanglichen Homogenität und Vertrautheit der Streichquartettformation und ihrer Klänge gelingt es Furrer dort, diese Prinzipien in ausgesprochener Klarheit zu formulieren."

Als Schlusspunkt des intensiven Abends im Mozartsaal war Beat Furrers längstes, knapp 45-minütiges Drittes Streichquartett aus dem Jahr 2004 angesetzt. Darin lässt er sich tief auf die Struktur der Klänge ein, um daraus seine Komposition erwachsen zu lassen. Als Inspiration diente ihm damals der Kriminalfilm "Memento" (2002) von Christopher Nolan.

Beat Furrer, 1954 in der Schweiz geboren, lebt und wirkt seit seinem Studium in Österreich. Er ist Mitbegründer des Klangforum Wien, das er viele Jahre geleitet hat, und ist seit 1991 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz. Gemeinsam mit Ernst Kovacic gründete er in Graz die internationale Ensemble- und Komponistenakademie für zeitgenössische Musik impuls. Mehrfach ausgezeichnet, erhielt Beat Furrer 2014 den Großen Österreichischen Staatspreis für Musik und zuletzt 2018 den Ernst von Siemens Musikpreis. Im ausführlichen Gespräch beschreibt er seinen Zugang zum Genre Streichquartett, dessen Stellenwert in seinem Schaffen und Details zu seinem Werk.

Eine Teilwiedergabe des Wien Modern-Konzerts mit dem Quatuor Diotima vom 20. November 2021 im Wiener Konzerthaus.

Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

Service

Wien modern

Quatuor Diotima

Sendereihe

Gestaltung

  • Marie-Therese Rudolph

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: Beat Furrer/geb.1954
Album: BEAT FURRER
Titel: spur - für Klavier und Streichquartett (Ausschnitt)
Ausführende: kammerensemble neue musik berlin
Ausführender/Ausführende: Frank Gutschmidt /Klavier
Ausführender/Ausführende: Steffen Tast /Violine
Ausführender/Ausführende: Ekkehard Windrich /Violine
Ausführender/Ausführende: Kirstin Maria Pientka /Viola
Ausführender/Ausführende: Ringela Riemke /Violoncello
Länge: 03:44 min
Label: Kairos KAI 0012842

Komponist/Komponistin: Beat Furrer (* 1954)
Titel: Streichquartett Nr. 3 (2004)
Ausführende: Quatuor Diotima
Ausführende: Yun-Peng Zhao (Violine)
Ausführende: Constance Ronzatti (Violine)
Ausführende: Franck Chevalier (Viola)
Ausführende: Pierre Morlet (Violoncello)
Länge: 39:26 min
Label: Bärenreiter / EM

weiteren Inhalt einblenden