Stimmen hören

Im alten italienischen Stil

mit Chris Tina Tengel.
Von "la" Muzio zu "la" Caniglia

Es ist nicht verwerflich, auch für an der Historie der Gesangskunst Interessierte, mit dem Namen Dusolina Giannini nicht mehr viel anfangen zu können. Aber wer sich mit der 1902 geborenen Sopranistin beschäftigt, taucht ein in eine Ära hochemotionalen Ausdruckssingens mit einem am Wort orientierten Nuancenreichtum, einer klischeefernen vokalen "Klangrede", die im Generationenwechsel irgendwann als altmodisch abgelegt und vergessen wurde. Dusolina Giannini ist insofern aus österreichischer Sicht interessant, als sie in der Zwischenkriegszeit auch für ihre Mozart-Heroinen bei den Salzburger Festspielen bejubelt wurde, also zu "unserer" Geschichte gehört.

Bei alldem ist sie nur eine Stimme im Chor der nach "altem italienischem Stil" und allen Regeln der Kunst höchstgebildeten Sopranistinnen der Ära, bei denen es (in der jeweiligen Hochblüte und den Tondokumenten nach) keine Kontrollverluste, keine Registerbrüche, kein Zurückstehen hinter den in den Noten gestellten Anforderungen gab: Giannina Arangi-Lombardi, Claudia Muzio, Rosetta Pampanini, Maria Caniglia ...

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