Gerhard Roth in der Nationalbibliothek anlässlich der Überreichung des "Großen Österreichischen Staatspreises 2016"

APA/HERBERT NEUBAUER

Radiogeschichten

Gerhard Roths zweite, "unsichtbare Existenz"

"Orkus". Von Gerhard Roth. Es liest Helmut Berger.

Er sei ein "Weltenbeobachter gewesen, dessen Sorgfalt des literarischen Wahrnehmens bis zuletzt nicht nachließ", das schrieb die Kleine Zeitung in einer Titelgeschichte, die dem Schriftsteller Gerhard Roth gewidmet war.

Gerhard Roth zählt zu den großen Schriftstellern und Erzählern des Landes. "Er war", so Gerhard Ruiss von der IG Autorinnen und Autoren, "ein Autor, der sich sowohl der Engstirnigkeit als auch allen nationalistischen Strömungen mit aller Entschiedenheit entgegenstellte, er ist unbeirrbar für eine offenere Welt im Kleinsten wie im Größten eingetreten."

32 Jahre lang hat Gerhard Roth an den beiden Romanzyklen "Die Archive des Schweigens" und "Orkus" gearbeitet, die er als einen einzigen Großzyklus betrachtet. Mit dem Roman "Der Stille Ozean" hat Gerhard Roth 1980 die beiden monumentalen Zyklen begonnen, mit "Orkus" hat er sie beendet. Fiktion und Wirklichkeit, erinnerte Wirklichkeit, verschwimmen in diesem 670-Seiten-Band ineinander. Roth setzt sich hier mit seiner zweiten, seiner "unsichtbaren Existenz" auseinander, wie er schreibt: mit der Welt des Kinos, der Bücher, der Musik, der Oper und des Schauspiels, die ihn mindestens so sehr geprägt hätten wie die sogenannte Wirklichkeit.

Service

Gerhard Roth, "Orkus", S. Fischer

Sendereihe

Gestaltung

  • Ernst Grohotolski

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