Sabine Derflinger

LUKAS BECK

Gedanken für den Tag

Warum wir noch kämpfen müssen

"Frauengeschichte und Frauenrechte" - Gedanken zum Internationalen Frauentag von Sabine Derflinger, Filmregisseurin

Kein Mensch soll länger wegen seines Geschlechtes benachteiligt werden. Es gibt mehr als nur Mann und Frau als Geschlecht, sondern Geschlecht in seinen vielfältigsten Definitionen.
Diese Erkenntnis darf den Kampf der Frauen um ihre Gleichberechtigung aber nicht verloren gehen lassen. Das Zauberwort heißt "und" statt entweder oder. Ich denke, es ist Zeit, dass Feministinnen sich wieder auf das Verbindende besinnen, statt auf dem Trennenden zu beharren. Es gilt die Geschichte der Frauen wahrzunehmen, daran anzuschließen und eigene Wege zu gehen. Und es gilt die Frauen zu ehren, die vor uns da waren und uns mit ihrem Kampf den Weg geebnet haben und all das möglich gemacht haben, was heute ist.
Ich halte es für wichtig, anzuerkennen, dass Frauen aus unterschiedlichen Milieus kommen, verschiedene Geschichten haben, aufgrund ihrer Herkunft anders an die Frauenfrage herangehen, verschiedene Bedürfnisse haben und dass für uns die Einhaltung der Menschenrechte an oberster Stelle steht. Wir Frauen dürfen uns irren, dürfen unperfekt sein, verschiedene Meinungen haben. Und doch suchen wir die Punkte, wo sich unsere Anschauungen berühren und wir zu möglichen Übereinstimmungen kommen, um endlich die Gewalt gegen Frauen zu beenden, was ich für das größte zu lösende Problem halte.
Mehr Gemeinsamkeit erreichen wir, wenn wir Frauen akzeptieren, dass Frauen, die sich theoretisch akademisch mit der Frauenfrage beschäftigen, möglicherweise zu anderen Schlussfolgerungen kommen, als Frauen, die mit ihren Gedanken auf die Straße gehen und ihre Gedanken in ihrer tagtäglichen Arbeit abprüfen müssen. So kann es sein, dass die totale Freiheit, die in der Theorie zu fordern ist, in der Praxis den blanken Horror verursacht, siehe Prostitution oder Pornografie. Nur durch Austausch der verschiedenen Denk- und Lebensschulen schaffen wir das Größere, nämlich die Aufhebung der Geschlechterdifferenzen im Sinne von Benachteiligungen.
Auf diesem Weg dürfen wir unterschiedliche Haltungen und Lösungsansätze zu den großen Frauenthemen haben und dürfen auch unsere Haltungen erweitern, weiterentwickeln, revidieren und andere mit unseren Argumenten überzeugen, ohne beleidigt zu sein, wenn das nicht gelingt. Und wir dürfen Humor haben und Spaß haben, uns als Frauen fühlen, gängigen Klischees entsprechen, Männer ins Boot holen oder auch nicht. Wenn wir Frauen solidarisch sind, können wir alles erreichen.

Service

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Sendereihe

Gestaltung

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: Amanda Palmer
Titel: In my mind
Album: Amanda Palmer Goes Down Under
Solist/Solistin: Amanda Palmer Featuring Brian Viglione
Länge: 04:16 min
Label: Liberator LIB112CD

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