Schutt und Asche, ukrainische Flagge

AP/FRANCISCO SECO

Europa-Journal

Ukraine, Deutschland, Nordirland, Kosovo

Ukraine: Kann das Land den Krieg wirtschaftlich überstehen, Vasily Astrov? +++Deutschland: Die Zeitenwende bringt die Ampel zum Flackern +++
Nordirland: Die Regionalwahlen verschärfen das Brexit-Chaos+++Kosovo: Die Aussöhnung kommt von unten
Moderation: Markus Müller-Schinwald

Ukraine: Kann das Land den Krieg wirtschaftlich überstehen, Vasily Astrov?
Vor drei Monaten hat Russland das Nachbarland Ukraine angegriffen, und die Folgen für beide Länder sind dramatisch. Russland muss wegen der Sanktionen mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung von bis zu zehn Prozent rechnen und ist international isoliert. Viel schlimmer getroffen wird aber die Ukraine, vor allem seit die russische Armee im großen Stil Infrastruktur im ganzen Land angreift und zerstört. Benzin und Diesel sind Mangelware, der Export von landwirtschaftlichen Produkten stockt, weil die Häfen blockiert sind. Und vielen Unternehmen fehlen Mitarbeiter, die zur Armee eingezogen worden sind. Wie es mit der ukrainischen und der russischen Wirtschaft weitergehen kann, erklärt Vasily Astrov vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche.

Deutschland: Die Zeitenwende bringt die Ampel zum Flackern
Fast ein halbes Jahr lang ist die deutsche Ampelregierung aus SPD, FDP und Grünen nun im Amt - und schon jetzt ist von ihren ursprünglichen Plänen und Koalitions-Vorhaben kaum mehr etwas übrig. Der Krieg in der Ukraine hat die Politik der Regierungsparteien verändert - allerdings auf jeweils höchst unterschiedliche Weise, wie auch die jüngsten Landtagswahlen bewiesen haben. Während die Grünen überall kräftig zulegen, kämpfen die Liberalen gegen ihre zunehmende Bedeutungslosigkeit. Und auch die Begeisterung für die Kanzlerpartei SPD scheint verpufft. Was bedeutet das nun für die Ampel-Regierung? Aus Berlin berichtet Verena Gleitsmann.

Nordirland: Die Regionalwahlen verschärfen das Brexit-Chaos
In Nordirland gibt es derzeit wieder Verunsicherung. Bei den Wahlen Anfang Mai hat dort erstmals Sinn Fein gewonnen, der ehemalige politische Arm der militanten Untergrundorganisation IRA. Die Partei strebt längerfristig eine Vereinigung mit der Republik Irland an. Doch nicht das ist der Hauptgrund für die derzeitige Unruhe. Die haben vor allem die großbritannientreuen Unionisten ausgelöst. Sie blockieren nämlich die Regierungsbildung, um so gegen das Brexit-Abkommen zu protestieren. Und das hat wiederum zur Folge, dass die britische Regierung den Druck auf die EU für Nachverhandlungen des Abkommens erhöht. Eine komplexe und äußerst heikle Geschichte, berichtet aus dem Vereinigten Königreich Eva Pöcksteiner.

Kosovo: Die Aussöhnung kommt von unten
Nachrichten aus dem Kosovo sind zumeist keine guten Nachrichten: Serbien erkennt die Unabhängigkeit des kleinen Nachbarn bis heute nicht an, es kommt immer wieder zu Spannungen. Zuletzt standen sich im Herbst 2021 schwer bewaffnete Spezialkräfte der kosovarischen Polizei und serbisches Militär an der Grenze gegenüber - wegen eines bizarren Streits um Autokennzeichen. Viele Menschen befürchten nun, dass die Ukraine-Krise auch schwelende Konflikte auf dem Westbalkan neu anheizen könnte. Jenseits der "großen Politik" allerdings gibt es vielerorts auch so etwas wie Normalität im Zusammenleben von Serben und Albanern in der kleinen Balkan-Republik. Inzwischen kehren Serbinnen und Serben sogar zurück in ihre alte Heimat Kosovo, berichtet Christoph Kersting.

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