Zerstörtes Museum in Mariupol, Ukraine

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Betrifft: Geschichte

Verwüstete Denkmäler, geplünderte Museen

Zur Zerstörung von Kulturgut in der Ukraine
Mit: Konstantin Akinsha, Gastkurator am Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid

Neben dem unermesslichen menschlichen Leid, das der russische Angriffskrieg auf die Ukraine verursacht, sind seit dem 24. Februar 2022 in einem enormen Ausmaß ukrainische Kulturgüter, Baudenkmäler, Museen, Bibliotheken und Archive zerstört worden. Nach dem völkerrechtlichen Vertrag der Haager Konvention von 1954 sind diese Zerstörungen als Kriegsverbrechen einzustufen, da "jede Schädigung von Kulturgut, gleichgültig welchem Volke es gehört, eine Schädigung des kulturellen Erbes der ganzen Menschheit bedeutet".

Das Ministerium für Kultur und Informationspolitik der Ukraine führt ein Online-Verzeichnis des vernichteten kulturellen Erbes und listet bereits hunderte Objekte auf. Darunter befindet sich die Holocaust-Gedenkstätte Babyn Jar in Kiew, das völlig zerstörte Heimatmuseum von Mariupol, das Museums- und Ausstellungszentrum Trostyanetsky in der Region Sumy und das Hryhorii Skovoroda National Literary Memorial Museum in der Nähe von Charkiw.

Letzteres Gebäude aus dem 18. Jahrhundert befand sich abseits in einem Park und verbrannte nach einem direkten Raketenbeschuss. Dass es sich wie bei dem Charkiwer Museum oftmals um gezielte Angriffe handelt, legen BeobachterInnen und ExpertInnen nahe. Bei der Demolierung historischer Bauten und der Plünderung von Museen und Bibliotheken geht es immer auch um den Versuch der Zerstörung nationaler Identität und Geschichte.

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Der Kunsthistoriker dokumentiert den Verlust ukrainischen Kulturerbes auf seinem Internetblog: Konstantin Akinsha

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