Zeit-Ton

Der Sieger des Fux-Opernkompositionswettbewerbs

musikprotokoll 2022. Zwischen physischer und virtueller Realität: Uraufführung von Christoph Ressis Oper "Avatara"

In zahlreichen Legenden von Göttern, Geistern und anderen Wesen, von der griechischen Mythologie bis zur heutigen Fantasyliteratur ist der der Wunsch, den eigenen Körper zu verlassen, tief verwurzelt. Mit der Entwicklung interaktiver digitaler Medien wurde diese Utopie zur (virtuellen) Realität: Die Beschränkungen des eigenen Körpers, Alters und biologischen Geschlechts, neben anderem, können so überwunden werden. Dieses Spannungsfeld von Identität zwischen physischer und virtueller Realität lotet Christoph Ressis Oper "Avatara" aus. Zwei namen-, alters- und geschlechtslose Personen befinden sich in unterschiedlichen virtuellen Welten, die auf merkwürdige Weise miteinander verbunden scheinen. Eine einer Irrfahrt durch Raum und Zeit zu ihrem Gegenüber entspinnt sich.

Wir bringen Ausschnitte der Uraufführung dieses Preisträgerwerks des 8. Internationalen Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionswettbewerbs, das am 10. Oktober 2022 im Grazer MUMUTH aufgeführt wurde.

Ressi ist ein österreichischer Komponist, Arrangeur, Softwareentwickler und Medienkünstler. Sein musikalisches Schaffen bewegt sich zwischen Neuer Musik, Jazz und Computer Musik. Er hat ein starkes Interesse an interaktiver Live-Elektronik und audiovisueller Kunst. Derzeit arbeitet er an einer Serie von Stücken, welche die künstlerischen Möglichkeiten von Computerspielumgebungen erforscht. Er arrangiert Musik für alle möglichen Ensembles und Instrumente, darunter auch Big Band und Orchester. Gemeinsam mit dem Klarinettisten Szilárd Benes tritt er regelmäßig als Duo (Ressi/Benes) auf. Seine Musik gewann mehrere Preise, darunter den Erste Bank Kompositionspreis 2021.

Gestaltung: Astrid Schwarz

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