Astbruch

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Radiokolleg

Die Debatte über Kulturelle Aneignung

Das Phänomen "Cancel Culture" (4)

Ist "Cancel Culture" tatsächlich der moderne Pranger einer "Wokeness"-Gesellschaft die Meinungen vereiteln will? Oder nicht viel mehr als geübte Kritik, die zu einer "Kultur der Zensur" hochstilisiert wird, in der ein fantasierter gewaltbereiter Mob um sich schlägt? Sollen weiße Musiker:innen mit "Dreadlocks" auf einer Schweizer Bühne stehen dürfen oder werden sie gerechtfertigter Weise wegen "Kultureller Aneignung" ausgeschlossen? Der Autor Alexander Keppel sieht darin eine "übergriffige Korrektheit" und die "Brutalität der neuen Sensibilisierung". "Cancel Culture" ist für ihn die Bedrohung der freien Rede durch eine "Einengung ganzer Debatten auf den Identitätsfaktor und dessen Verletzlichkeitspotenziale". Der Literaturwissenschafter Adrian Daub sieht hingegen eine reale Gefahr darin, Kritik sofort als Teil einer "Kultur" zu interpretieren. Er möchte Minderheiten nicht als Teilaspekt eines Massenphänomens verstehen und eine Empathie für andersartige Perspektiven und Situationen fördern.

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