Besatzungskinder am ersten Schultag

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Betrifft: Geschichte

Black Austria: Die schwierige Suche nach Identität

Die Lebensgeschichten von Kindern Schwarzer US-amerikanischer Besatzungssoldaten und österreichischer Frauen
mit: Philipp Rohrbach, Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

In Österreich kamen zwischen 1945 und 1956 rund 400 Kinder von Schwarzen US-amerikanischen Soldaten - sie waren hier nach dem Zweiten Weltkrieg als Befreier und Besatzer stationiert - und einheimischen Frauen auf die Welt. Hineingeboren in eine postnationalsozialistische Gesellschaft, die sich selbst als ausschließlich weiß definierte, hatten die Kinder und ihre Mütter mit weiterwirkenden Rassismen, moralischen Vorurteilen, Diskriminierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung zu kämpfen. Darüber hinaus mussten sie mit Fürsorgebehörden zurechtkommen, welche die Amtsvormundschaft über die meist unehelich Geborenen innehatten und vielfach auch das Ziel verfolgten, die Kinder über den Weg von Auslandsadoptionen in die USA bei afroamerikanischen Ehepaaren unterzubringen.

Heute im siebten, manche schon im achten Lebensjahrzehnt blicken die Betroffenen zurück auf ein komplexes Leben, in dem die Suche nach Identität und nach Strategien der Selbstbehauptung eine zentrale Rolle spielten. Ingrid Bauer und Philipp Rohrbach haben im Rahmen ihrer Forschungen zahlreiche Interviews mit den sogenannten Schwarzen Besatzungskindern geführt und ihre nahezu vergessene Geschichte vor dem Hintergrund lebensgeschichtlicher Erzählungen nachgezeichnet.

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Nähere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website https://lostinadministration.at

Buchhinweise:
Ingrid Bauer/Philpp Rohrbach (Hg.): Black GI Children in Post-World War II Europe, Göttingen: V&R unipress 2021 (= zeitgeschichte 48, 2021, 1)

Niko Wahl/Philipp Rohrbach/Tal Adler: SchwarzÖsterreich. Die Kinder afroamerikanischer Besatzungssoldaten, Wien: Löcker Verlag 2016.

Sendereihe

Gestaltung

  • Rosemarie Burgstaller