Schwangere Frau hält ein Schild

AP/ROGELIO V. SOLIS

Praxis - Religion und Gesellschaft

Hohe Müttersterblichkeit in USA

Fehlende Professionalität: Zollner über Austritt aus Kinderschutzkommission +++ "Nichts als die Wahrheit": die Abrechnung des Georg Gänswein +++ Bischofswahl in der Altkatholischen Kirche Österreich +++ USA: Müttersterblichkeit so hoch wie 1965

1. Fehlende Professionalität: Zollner über Austritt aus Kinderschutzkommission

Der deutsche Jesuitenpater Hans Zollner zählt im Vatikan seit Jahren zu den treibenden Kräften, wenn es um Aufarbeitung und Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder in der katholischen Kirche geht. Umso größer war das Aufsehen, als er Ende März auf eigenen Wunsch aus der Päpstlichen Kinderschutzkommission ausgeschieden ist. Am Montag, den 17. April, ist er vor die Presse getreten und hat darüber gesprochen, wie schwer ihm dieser Schritt gefallen sei. Noch schwieriger sei es für ihn, über die Probleme der Kommission öffentlich zu reden. Doch die Arbeitsweise des Gremiums, die bezüglich Transparenz, Einhalten von Regeln und der Übernahme von Verantwortung nicht den wünschenswerten Standards entspreche, habe ihm ein Verbleiben unmöglich gemacht. Er habe sich nicht der Komplizenschaft, Vertuschung und Willfährigkeit schuldig machen wollen. Alexander Hecht hat die Presseerklärung des Jesuitenpaters verfolgt.


2. "Nichts als die Wahrheit": die Abrechnung des Georg Gänswein

Von der Klatschpresse wurde er mehr als einmal als "schönster Mann im Vatikan" bezeichnet: Zurzeit ist Erzbischof Georg Gänswein auf Werbetour für sein Buch unterwegs und hat dabei auch in Wien Station gemacht. Acht Jahre lang war er die rechte Hand eines der mächtigsten Männer der Welt. Insgesamt 20 Jahre lang begleitete er Josef Ratzinger, später Papst Benedikt XVI., als dessen persönlicher Assistent und Privatsekretär. Nun, nach dem Tod des emeritierten Papstes, packt Gänswein in einem Buch aus; über sein Leben mit Benedikt und seine Zeit als Diener zweier Päpste. Dabei verspricht er seinen Leser:innen "Nichts als die Wahrheit - Mein Leben mit Benedikt XVI.".
Konstantin Obermayr und Nikolaus Hofer haben Erzbischof Georg Gänswein bei seiner Lesetour in Wien getroffen.


3. Bischofswahl in der Altkatholischen Kirche Österreich

Am kommenden Samstag, den 22. April, wählt die Altkatholische Kirche Österreich einen neuen Bischof oder eine neue Bischöfin, denn in der altkatholischen Kirche können auch Frauen zu Priesterinnen geweiht und ins Bischofsamt gewählt werden. In der altkatholischen Kirche gibt es kein weltweites Oberhaupt wie den Papst und es ist zumindest theoretisch vieles möglich, wovon römisch-katholische Reformerinnen und Reformer träumen: Es gibt kein Pflicht-Zölibat und keine männliche Monokultur in den Ämtern. Dennoch hat die altkatholische Kirche ein Imageproblem, denn die Bezeichnung "altkatholisch" ist für viele irreführend, weil sie auf eine konservative Form des Katholizismus schließen lässt. Lena Göbl porträtiert die Glaubensgemeinschaft und stellt die Kandidat:innen für die Bischofswahl vor.


4. USA: Müttersterblichkeit so hoch wie 1965

Die Müttersterblichkeit in den USA ist zuletzt stark gestiegen und nun wieder so hoch wie vor 60 Jahren. Damit ist sie auch deutlich höher als in anderen westlichen Staaten mit hohen Einkommen, laut Weltgesundheitsorganisation WHO etwa dreimal so hoch wie in Frankreich. Gründe dafür sind Studien zufolge die schlechtere Gesundheit und Versorgung Schwarzer Frauen, aber auch die Verschärfung der Abtreibungsgesetze und die Verbote von Schwangerschaftsabbrüchen in mehreren, vor allem von Republikanern regierten US-Bundestaaten. Zuletzt hatte ein Bundesrichter im US-Bundestaat Texas Anfang April die Zulassung für die Abtreibungspille Mifepriston aufgehoben, der Oberste Gerichtshof will den Antrag nun bis Mittwoch, den 19. April, prüfen und hat das Vertreibungsverbot der Pille vorübergehend ausgesetzt. Vergangenes Jahr hatte das Höchstgericht, das mit 6:3 über eine Mehrheit konservativer Richter:innen verfügt, das landesweite Recht auf Schwangerschaftsabbrüche außer Kraft gesetzt, das auf dem als Roe v. Wade bekannten historischen Urteil aus dem Jahr 1973 beruhte. Verschärfungen der Regelungen für Schwangerschaftsabbrüche waren die Folge. - Gestaltung: Inka Pieh

Service

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Supreme Court of the United States
The White House
F.D.A. US Food and Drug Administration
WHO
Tulane University

Sendereihe

Gestaltung

  • Judith Fürst